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Tipps und Tricks zur Videodigitalisierung (Gelesen: 63.331 mal)
10.12.2009 um 20:11:00

MarkusB.   Offline
Videoforum Moderator

Beiträge: 5.041
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Letzte Überarbeitung: 19.12.2011



Dieser Beitrag soll die Übersicht Camcorder/Recorder an PC anschließen, Aufnahmen capturen und editieren ergänzen. Im ersten Teil geht es um technische Hintergründe und detaillierte Tipps, im nachfolgenden Teil um typische Probleme, mit denen Anwender immer wieder zu kämpfen haben. Dieser Beitrag stellt eine Sammlung von Erfahrungswerten im Bereich der Digitalisierung von Videoaufnahmen dar und wird im Laufe der Zeit noch weiter ergänzt werden.


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Vielleicht noch einen Hinweis vorab: Manche Anwender, die sich nur mal kurz (!) mit dem Thema Videodigitalisierung beschäftigen wollen, bis ihre eigenen Aufnahmen auf dem Computer oder auf DVD sind, werden vielleicht denken, dass das hier in die Richtung geht „Hundert Dinge, die Sie nie über Videotechnik wissen wollten“. – Es gibt viele Wege, um Videoaufnahmen zu digitalisieren, und dieser Beitrag richtet sich an all jene, die entweder mit der erzielbaren Qualität unzufrieden sind oder bei denen in der Ausführung Probleme auftreten. Hier werden sowohl Ursachen als auch mögliche Lösungen beschrieben.

Sollten Fachbegriffe auftauchen, die entweder nicht verständlich oder auch gar nicht erklärt werden, fragt einfach nach. Wenn man täglich mit diesen Begriffen zu tun hat, gehören sie zur alltäglichen Sprache und fallen einem selbst nicht mehr unbedingt als Fachchinesisch auf.



Begriffserklärung


Die Begriffe Wiedergabegerät und (Video-) Recorder werden in den folgenden Beschreibungen synonym verwendet. Damit sind auch Camcorder und Videoplayer gemeint, die Videoaufnahmen nur wiedergeben, aber keine Signalzuspielungen aufnehmen können. Für die hier beschriebene Wiedergabe zwecks Digitalisierung ist eine Aufnahmefunktion nicht erforderlich. Zur besseren Lesbarkeit wird auch auf den Präfix „Consumer“ bei Videoaufnahmen und Geräten verzichtet. Wenn professionelle Videogeräte oder ebensolche Aufnahmen gemeint sind, ist das entsprechend gekennzeichnet.

Im Fachjargon bezeichnet man die Kopftrommel als Zylindereinheit. Diese umfasst auch die Kopfscheibe, also den Teil, auf dem sich die Video- und ggf. Audioköpfe befinden.

Bild: behrendt.tv

(Diese Nachricht wurde am 19.12.11 um 16:16 von MarkusB. geändert.)
 

Herzliche Grüße
Markus
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Antwort #1 - 10.12.2009 um 20:14:00

MarkusB.   Offline
Videoforum Moderator

Beiträge: 5.041
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1. Das Wiedergabegerät



1.a. Wahl des Wiedergabegeräts

Bei Videogeräten für den Hausgebrauch sind die Toleranzen zu den Sollwerten des betreffenden Videoformats vergleichsweise groß, so dass eine Aufnahme nicht zwingend in jedem (anderen) Recorder des betreffenden Videoformats wiedergegeben werden kann. Nur dadurch sind die im Vergleich zu professionellen Geräten sehr günstigen Kaufpreise überhaupt möglich geworden. Zwischen den Extremen (Wiedergabe einwandfrei oder Wiedergabe praktisch unmöglich) liegen alle erdenklichen Abstufungen von erhöhtem Farb- und Kantenrauschen bis hin zu einem instabilen Bildsignal. Die Wiedergabequalität einer analogen Videoaufnahme hängt also neben dem Aufnahmegerät maßgeblich auch von den Eigenschaften des Wiedergabegeräts ab. In vielen Fällen ist der Originalrecorder auch für die Wiedergabe gut geeignet, weil dessen Arbeitsbereich in vielen Fällen genau zur betreffenden Aufnahme passt. Dies setzt jedoch voraus, dass besagter Recorder noch einwandfrei funktioniert und auch Aufnahmen wiedergeben kann (zahlreiche VHS-C-Camcorder konnten das beispielsweise nicht).

Steht der Originalrecorder nicht mehr zur Verfügung, muss man ggf. mehrere unterschiedliche Wiedergabegeräte ausprobieren, um etwas geeignetes zu finden. Je nach Aufnahme und Zielsetzung handelt es sich bei dieser Vorgehensweise nicht unbedingt um eine Wegbeschreibung für Perfektionisten. So können selbst Recorder der Oberklasse mit integriertem TBC mit einer gegebenen Aufnahme z.T. deutliche Probleme haben (Bildruckeln, Zeilenspringen, Dropouts, etc.), während ein vergleichsweise einfach ausgestatteter Camcorder u.U. ein besseres Resultat liefert. Vorhersagen lässt sich ein optimales Wiedergabegerät nur mit entsprechender Erfahrung (Beobachtung von Signalabweichungen an der Video-Messtechnik kombiniert mit Kenntnissen der Charakteristika vorhandener Wiedergabegeräte).

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Wenn man eine Videokassette vorliegen hat, gilt es zunächst herauszufinden, in welchem Videoformat darauf aufgenommen wurde. Je nach Kassettentyp können sich auch verschiedene, zueinander in-/kompatible Videoformate auf einem Band befinden (und jetzt bitte nicht durch die vielfachen Nennungen von Video- und Audioformaten verwirren lassen), z.B. Video8, Hi8 und Digital8, jeweils auch noch bunt gemischt in Standardplay (SP) und Longplay (LP). Im genannten Beispiel wäre ein Video8-Recorder nur in der Lage, die Video8-Aufnahmen wiederzugeben. Ein Hi8-Gerät könnte sowohl Hi8 als auch Video8 wiedergeben, während D8-Aufnahmen immer ein Digital8-Gerät erfordern. Gleichsam können einige D8-Geräte auch die analogen 8mm-Formate wiedergeben. – Auf SVHS-Bändern kann SVHS, aber auch normales VHS oder DVHS (= Digital-VHS) aufgenommen worden sein. Bei der Wiedergabe verhält es sich ähnlich wie bei den zuvor genannten 8mm-Beispielen. Zusätzlich kann auf ein VHS-Band auch SVHS-ET aufgenommen worden sein, was eine Spezialität von JVC ist und ein dazu passendes Wiedergabegerät erfordert.

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Auch der Ton sollte bei der Wahl des Wiedergabegeräts nicht zu kurz kommen. So können HiFi-, Stereo- oder PCM-Tonaufnahmen nur von Recordern wiedergegeben werden, die explizit über eine solche Funktion verfügen. Wer an dieser Stelle ein geringwertigeres Wiedergabegerät einsetzt, unterliegt verschiedenen Einschränkungen: Bei VHS lässt sich ohne HiFi-Fähigkeit nur die deutlich schlechtere Längsspur-Tonaufnahme wiedergeben. Bei Video8 und Hi8 kann die PCM-Tonspur nicht gewählt werden. Weiterhin gibt es bei Video8 auch Geräte, die vorhandene HiFi-Stereospuren nur in Mono wiedergeben können. Bei Betamax verhält es sich ähnlich wie bei VHS (HiFi und Längsspur) und bei Video 2000 unterscheidet man Stereo- und Mono-Aufnahmen (beides Längsspur). – Wenn man nicht weiß, welche Tonspuren bei einer bestehenden Aufnahme die hochwertigsten sind (und man diese digitalisieren möchte), nimmt man am besten einen Recorder, der alle Tonspuren des betreffenden Videoformats wiedergeben kann. Dann zeigt sich schnell, welche Tonspuren vorhanden sind und was sich jeweils darauf befindet.

Neben dem Video- und Audioformat spielt ggf. auch die Fernsehnorm eine Rolle. In Europa ist PAL verbreitet und in Nordamerika NTSC. Früher gab es in Frankreich SECAM-L, welches aber nicht kompatibel ist mit SECAM-Ost, das man u.a. in der DDR nutzte. Auch in dieser Hinsicht muss das betreffende Wiedergabegerät kompatibel sein. (Bei analogen NTSC-Aufnahmen wird die Sache durch verschiedene Umstände etwas komplizierter als bei PAL oder SECAM – Stichworte 3.58 vs. 4.43, IRE-Level, Drop-/Non-Drop-Frame. Vielleicht gehe ich zu einem späteren Zeitpunkt noch darauf ein und ergänze das hier).


1.b. Sauberkeit

Das beste Wiedergabegerät taugt nichts, wenn dessen Laufwerk verschmutzt ist (insbesondere die bandführenden Teile nebst Audio- und Videoköpfe) und dadurch allerlei Fehler entstehen. Im Videobild äußern sich Verschmutzungen insbesondere durch ein erhöhtes Rauschen und Spratzer bis hin zu Bildausfällen. Der HiFi-Ton „rasselt“ und der Recorder schaltet ggf. zeitweise auf die Längsspur um. Letztere klingt ggf. nur gedämpft. Eine Reinigung mit Isopropanol und Lederstäbchen (z.B. ITW Chemtronics CC50; nicht Wattestäbchen!) kann zu einer deutlichen Verbesserung führen. Bei kleineren Verschmutzungen oder wenn man den Recorder nicht öffnen möchte/kann, genügt oft auch schon die Anwendung einer Trockenreinigungskassette (z.B. Sony T-25CLD für (S)VHS oder Sony V8-25CLD für Video8/Hi8).

Für die Videorecorder älterer Halbzoll-Formate (Betamax, Video 2000, etc.) gibt es natürlich keine modernen Trockenreinigungskassetten zu kaufen. Mit etwas handwerklichem Geschick kann man sich eine solche aber selbst bauen. Dafür benötigt man eine VHS-Reinigungskassette sowie eine nicht mehr benötigte Kassette des Zielformats. Beide Kassetten werden vorsichtig geöffnet, das Magnetband der Zielkassette entfernt, das Reinigungsband aus der VHS-Kassette entnommen, auf die Wickelkerne des Zielformats aufgespult und dort entsprechend fixiert. Dieser Umbau ist möglich, weil alle genannten Halbzoll-Formate die selbe Bandgeometrie nutzen.


1.c. Verschleiß

Es steht nicht wirklich in den Bedienungsanleitungen und vielen Anwendern ist das auch nicht bekannt, aber in Videobandlaufwerken gibt es Verschleißteile, die von Zeit zu Zeit ausgetauscht werden sollten. Dabei handelt es sich insbesondere um den Antriebsriemen (linkes Bild), der die Bandspulen dreht und dessen Ausleihern früher oder später zu Bandsalat führt. Auch die Andruckrolle, die mit den Jahren spröde wird, sollte man gelegentlich austauschen lassen. Andernfalls könnten sich brüchige Gummiteile ablösen und das Bandlaufwerk verschmutzen; von Mängeln beim Gleichlauf ganz zu schweigen. Beide Teile kosten beim Service nicht viel Geld, verhindert aber ggf. die Zerstörung wertvoller Aufnahmen.

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Sehr viel problematischer ist ein Verschleiß der Köpfe bzw. der Zylindereinheit (rechtes Bild). Diese Teile sind die Herzstücke eines Videobandlaufwerks, denn sie schaffen die Verbindung zwischen der magnetisch gespeicherten Information auf dem Band und der Elektronik des Recorders. Sind die Video- oder HiFi-Köpfe verschlissen oder beschädigt, wird eine Reparatur vergleichsweise teuer, sofern sie überhaupt noch möglich ist. Für viele Recorder gibt es von den Herstellern nämlich keine Ersatzteile mehr.


1.d. Dauerbetrieb

Videogeräte für den Hausgebrauch sind, anders als ihre professionellen Kollegen, nicht für den Dauerbetrieb ausgelegt. Das sollte man bedenken, wenn man sich einen Videorecorder hinstellt und dann in einer einzigen Hau-Ruck-Aktion viele Stunden Videoaufnahmen überspielen möchte. Einige Geräte erzeugen dann einen Wärmestau, welcher der Elektronik zusetzt und im schlimmsten Fall zu Betriebsstörungen oder gar einem Ausfall des Recorders führen kann. Bei stationären Recordern hat es sich daher bewährt, ggf. den Gehäusedeckel nach hinten aufzustellen, so dass die Wärme, welche vor allem vom Netzteil kommt, nach oben/hinten abziehen kann. Bei mehrstündigem Einsatz bietet sich u.U. auch die Verwendung eines PC-Lüfters an. Ein Lüfter mit Ø 80 mm und geringer Drehzahl erzeugt wenig Lärm, sorgt aber dennoch für eine ausreichende Luftbewegung.

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Professionelle MAZen verfügen übrigens schon werksseitig (je nach Größe und Wärmeentwicklung) über entsprechende Kühlvorrichtungen.


1.e. On-Screen-Display (OSD)

Bei der Digitalisierung von Videoaufnahmen sollte im Ausgangssignal des Recorders kein On-Screen-Display zu sehen sein, weil dieses sonst mitdigitalisiert und somit zu einem festen Bestandteil der Videodatei wird. Es bietet sich daher an, nur Wiedergabegeräte einzusetzen, die entweder keine OSD-Funktion haben oder bei denen man sie abschalten kann. Weitere Angaben dazu findet man in den Bedienungsanleitungen der jeweiligen Recorder.


1.f. Aufstellung des Wiedergabegeräts

Wenn man ein Videoband unbekannter Herkunft und Vorgeschichte wiedergeben oder einen Recorder in schlechtem Wartungszustand verwenden möchte, empfiehlt es sich, das Wiedergabegerät frei zugänglich aufzustellen und auch passendes Werkzeug bereitzuhalten. Sollte es im Verlauf der Wiedergabe zu Problemen kommen, kann man das Gerät öffnen und weitere Schäden an Band und Recorder verhindern. Dies setzt jedoch einige Kenntnisse der (Elektro-) Technik voraus, denn mit ungeeigneten Mitteln kann man nicht nur Band und Recorder beschädigen, sondern auch sein eigenes Leben gefährden (z.B. Netzstecker nicht gezogen und versehentlich in den primären Stromkreis gegriffen).


1.g. Bekannte Eigenheiten, Fehler und Geräteprobleme

Der Hi8-Recorder Sony EV-S9000 hat einen Serienfehler, der beim herkömmlichen Videoschnitt nicht auffällt, bei der Videodigitalisierung aber eine Rolle spielen kann. Die obere Bildkante erscheint zeitweise in Falschfarben. Es gab 1996 eine Modifikationsempfehlung von Sony, deren Umsetzung beim Service ca. 90 € kostet (Stand 2009). Danach wird der betreffende Bildinhalt fehlerfrei dargestellt.

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In den 1990er Jahren wurden im Zuge der Miniaturisierung Elektrolyt-Kondensatoren (kurz Elkos genannt) verbaut, die, wie sich später herausstellte, auch bei Nichtbenutzung einem chemischen Zersetzungsprozess unterliegen. Videorecorder mit solchen Elkos (auch das betrifft den o.g. EV-S9000), zeigen inzwischen vielfach ein auffallend hohes Farbrauschen und bringen darüber hinaus noch weitere Farbstörungen ins Bild. Man erkennt diese Störungen am besten an einem Videomonitor mit „Blue only“-Funktion, aber auch ohne spezielle Darstellung des Farbanteils sind die Störungen in bestimmten, vor allem monotonen Bildinhalten gut sichtbar (sehen aus wie schnell wechselnde, quer verlaufende Reifenspuren). Die Störungen nehmen normalerweise mit der Temperatur des Wiedergabegeräts zu und es macht sich dann ggf. auch ein fischiger Geruch bemerkbar. Bei einem Testlauf im kalten Zustand bleiben die Störungen u.U. verborgen. Wiedergabegeräte mit Elko-Problem eignen sich in der Regel nicht für die Videodigitalisierung, bevor die beschädigten Bauteile ausgetauscht worden sind. Ein Austausch kostet je nach Recordermodell und Anzahl der auszutauschenden Elkos einen €-Betrag im niedrigen bis mittleren Hunderterbereich.


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Der TBC-Enhancer von electronic-design kann gut S-Video-Signale verarbeiten, doch mit Composite hat er aufgrund seiner schlechten Farbtrennung Probleme. Wenn möglich, setzt man ihn nur in S-Video-Signalwegen ein (S-Video rein/raus). Wenn sich Composite nicht vermeiden lässt, ist die Ausgangsqualität besser, wenn man von dort das Composite-Signal weiterführt (Composite rein/raus) und nicht das in S-Video umgewandelte Bildsignal nimmt (Composite rein / S-Video raus).

Ferner kann es passieren, dass es im DEFAULT-Speicher zu einem (bleibenden) DATA-ERROR kommt. Dieser lässt sich wie folgt beheben: Zunächst wählt man die betreffende Funktion noch einmal, so dass die Meldung DATA-ERROR verschwindet und der tatsächliche Wert angezeigt wird. Nun wird der gewünschte Wert eingestellt. Dann hält man die FREEZE-Taste gedrückt und drückt zusätzlich DEFAULT so lange, bis STORED auf dem Display erscheint (das dauert etwa 2-3 Sekunden). Der DEFAULT-Speicherplatz lässt sich genauso mit vorgegebenen Werten belegen wie die anderen Speicherplätze, nur dass man beim Speichern die FREEZE-Taste dazu gedrückt halten muss.


Beim Hi8-Format gibt es zwei Sorten Bandmaterial: Metallbeschichte (Metal Particle = MP) und metallbedampfte Bänder (Metal Evaporated = ME). ME-Bänder haben eine höhere magnetische Dichte und können dadurch besser aufgelöste Signale speichern. Deshalb kam dieser Bandtyp auch bei allen nachfolgenden Digitalformaten zum Einsatz. Jedoch hatte man zu Beginn offenbar noch Schwierigkeiten mit der Herstellung, denn einige der damals produzierten ME-Bänder haben inzwischen sehr große Probleme: Zahlreiche Dropouts bei der Wiedergabe, mangelhafte Laufeigenschaften (siehe auch Abschnitt 3d) bis hin zu sichtbaren Veränderungen der Bandoberfläche ("Flecken"). Solche Bänder darf man nicht mehr lange im Schrank stehen lassen, sondern sollte sie baldmöglichst digitalisieren.

Siehe hierzu auch: Hi8-Dropouts - Optimierung der Wiedergabequalität


Der Canopus ADVC-300 ist ein wunderbarer A/D-Wandler, so lange man es mit lückenlosen Aufnahmen zu tun hat. Möchte man jedoch Videoaufnahmen digitalisieren, die Unterbrechungen (z.B. unbespielte Bandabschnitte oder zwischenzeitliche Bildstörungen) aufweisen, dann bricht der Wandler die Digitalisierung jedes mal ab und man muss sie neu starten. Das kann ausgesprochen nervig werden.

Bilder: behrendt.tv (6) und Wikipedia (1)

(Diese Nachricht wurde am 19.12.11 um 16:14 von MarkusB. geändert.)
 

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Markus
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Antwort #2 - 10.12.2009 um 20:18:00

MarkusB.   Offline
Videoforum Moderator

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2. Anschlüsse und Kabel



2.a. Grundlagen

Es gibt zwar eine ganze Reihe von Videosignalformaten, doch im Consumerbereich und insbesondere bei der Videodigitalisierung spielen nur zwei davon eine nennenswerte Rolle: Composite und S-Video. Beide Videosignal-Typen kann man sich als schwarzweiße und relativ detailreiche Bleistiftskizzen vorstellen, die dann grob mit dicken Buntstiften koloriert werden.

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Die getrennte Behandlung von Helligkeit (= s/w-Bild) und Farbe (= zusammen mit der Helligkeit entsteht ein Farbbild) hat zwei Vorteile: Man konnte sich den Umstand zunutze machen, dass das menschliche Auge Helligkeitsunterschiede viel differenzierter wahrnehmen kann als Farbunterschiede. Dadurch kann man das Videobild analog komprimieren (nämlich die Farbe viel schlechter auflösen als die Helligkeit), ohne dass es der Betrachter gleich bemerkt. Der zweite Vorteil war zu Zeiten der Entwicklung des Farbfernsehens die Abwärtskompatibilität zu s/w-Fernsehern.


2.b. Composite-Videosignal = „Video“ = FBAS = Farb-Bild-Austast-Synchron-Signal

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Anschluss: SCART, Cinch, früher auch BNC oder DIN (hier im Bild: 6-polig)

Diese Signalart ist sehr verbreitet und stellt bei Videogeräten in aller Regel den kleinsten gemeinsamen Nenner dar. Man findet passende Anschlüsse z.B. an Videogeräten der Formate VHS, Video8, Betamax und Video 2000, aber auch bei den höherwertigen Formaten SVHS und Hi8. Dieser Signaltyp liegt serienmäßig auch am SCART-Anschluss an. Einige Recorder haben zusätzlich oder ausschließlich separate Buchsen dafür (Cinch, bei älteren Geräten BNC oder DIN). Das Composite-Signal wird über zwei Adern innerhalb des Kabels übertragen, je eine für das Videosignal und eine für die zugehörigen Masse. Da die Farbinformation auf das Helligkeitssignal aufmoduliert wird, ist die maximal mögliche Auflösung eines Composite-Videobildes technisch begrenzt (siehe auch weiter unten „Unterschied zwischen Composite und S-Video“). Diese Grenze liegt jedoch oberhalb der typischen Aufnahmequalität der zugehörigen Videoformate und spielt daher in den meisten Fällen keine so große Rolle.


2.c. S-Video-Signal = Separate Video = Y/C (= Luminanz/Chrominanz)

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Anschluss: Hosiden = Mini-DIN, ggf. SCART (umschaltbar)

Dieser Signaltyp ist höherwertiger als Composite, doch einen passenden Anschluss bieten bei analogen Geräten nur SVHS- und Hi8-Recorder. Andere Recordertypen verfügen auch dann nicht über einen S-Video-Anschluss, wenn z.B. ein VHS-Recorder SVHS-Aufnahmen wiedergeben kann (SQPB = SVHS Quasi Playback).

Der SCART-Anschluss von SVHS- und Hi8-Recordern lässt sich für gewöhnlich umschalten zwischen Composite und S-Video. Die Umschaltung erfolgt entweder mit einem Schalter direkt an der SCART-Buchse oder mittels Einstellung im Menü. Die manuelle Umschaltung ist erforderlich, da eine der Leitungen innerhalb des SCART-Standards doppelt belegt ist und aus diesem Grund nicht Composite und S-Video gleichzeitig bereitgestellt werden kann. Eine S-Video-Einstellung des SCART-Anschlusses setzt einen passenden SCART-Hosiden-Adapter oder ein passendes Empfangsgerät voraus (ggf. SCART mit S-Video-Verarbeitung). – Bei S-Video werden das Helligkeitssignal und der Farbanteil getrennt übertragen, was ein 4-adriges Kabel mit je zwei Leitungen für Helligkeit/Masse und Farbanteil/Masse erfordert.

Ein beliebter Fehler ist die Verwendung eines SCART-Hosiden-Adapters an einem gewöhnlichen VHS-Recorder. In diesem Fall erscheint das Bild schwarzweiß, weil am Hosiden-Anschluss kein separates Farbsignal anliegt. Als Faustregel gilt: Wenn ein Videogerät über keine Hosiden-Buchse verfügt, dann kann es auch über SCART bzw. einem dort angeschlossenen Adapter kein S-Video-Signal zur Verfügung stellen.


2.d. Unterschied zwischen Composite und S-Video

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Während bei Composite (a) sämtliche Helligkeits- und Farbinformationen in nur einem Signal zusammengefasst sind, findet bei S-Video (b) eine getrennte Verarbeitung von Helligkeit (Luminanz = Y) und Farbe (Chrominanz = C) statt. Wie man an der obigen Abbildung erkennt, wird die Bandbreite der Helligkeit im Falle der getrennten Verarbeitung nicht durch einen aufgesetzten Farbanteil begrenzt. Ein S-Video-Bild kann daher eine höhere Auflösung haben und Bildfehler wie Cross-Color oder Cross-Luminance können auch nicht auftreten.


2.e. Wahl eines geeigneten Video-Anschlusses

Mit den Anschlüssen bzw. den dort bereitgestellten Videosignalarten bestimmt man (auch) die maximal mögliche Digitalisierungsqualität. Verfügt ein Wiedergabegerät über mehrere Anschlussmöglichkeiten, dann wählt man in der Regel die hochwertigste Signalart, die das nachfolgende Gerät verarbeiten kann. Bei Verwendung eines SVHS- oder Hi8-Recorders wäre das der S-Video-Anschluss. Es gibt jedoch auch Ausnahmen von dieser Regel: Setzt man für die VHS-Wiedergabe beispielsweise einen Hi8-/VHS-Kombirecorder mit mäßigem Signalwandler ein (z.B. Sony EV-T1), dann werden in stark gesättigten Bereichen u.U. Muster sichtbar (= Cross-Luminance-Effekt). In diesem Fall nimmt man denjenigen Videoanschluss, der zum jeweiligen Recorderteil passt, also Composite bei VHS-Wiedergabe und S-Video bei Hi8-Wiedergabe. Eine kurze Testdigitalisierung aller in Frage kommenden Videosignale, die ein Wiedergabegerät zur Verfügung stellt, zeigt schnell, welche Verbindung das beste Resultat liefert.

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Hat ein Recorder zwei SCART-Anschlüsse, dann ist in aller Regel nur einer davon so beschaltet, dass er Video- und Audiosignale an ein nachfolgendes Videogerät weitergeben kann. Diese SCART-Buchse ist oft mit „IN/OUT“ (bzw. einem Symbol dafür) oder „TV“ beschriftet. Dort war bisher ggf. auch der Fernseher angeschlossen. - Frontanschlüsse sind in allen mir bekannten Fällen nur als Eingang beschaltet und spielen damit keine Rolle bei der Videodigitalisierung. Hier liegt kein Video- oder Audiosignal an, das man einem Wandler zuführen könnte.

Da jede Kabel- und Steckverbindung einen Widerstand hat, der je nach Kabel- und Steckerqualität höher oder geringer sein kann, versucht man mit möglichst wenigen Verbindungen auszukommen. Ein Cinchkabel direkt vom Composite-Anschluss eines Wiedergabegeräts zum Analog-Digital-Wandler kann einer Konstruktion aus mehreren Adaptern (z.B. SCART-Cinch-Adapter > Cinch-BNC-Adapter > BNC-Videokabel > BNC-Cinch-Adapter) überlegen sein, selbst wenn das Cinchkabel vielleicht nicht so gut sein sollte wie das BNC-Videokabel. Ein einfacher Vergleichstest zeigt ggf. die bessere und stabilere Verbindung.


2.f. Audiosignal: Line

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Anschluss: SCART, Cinch, früher auch DIN (hier im Bild: 5-polig)

Bei Verwendung eines Recorders, der mehrere Tonspuren unterstützt, ist darauf zu achten, dass an den vorhandenen Anschlüssen auch wirklich die gewünschten Tonspuren anliegen. Diese lassen sich z.B. mittels einer Taste wählen, die mit Audio (-Out, -Select, -Monitor, o.ä.) beschriftet ist. Bei den besseren Videorecordern gibt es eine solche Taste direkt am Gerät, andere haben sie nur auf der Fernbedienung (ohne die man in diesem Fall aufgeschmissen ist). Optimalerweise sollte die gewählte Tonspur im Display des Wiedergabegeräts angezeigt werden, nicht nur in Form einer Einblendung im Videobild (OSD wird ja abgeschaltet und dann fehlt die Kontrolle). Bei HiFi-Tonspuren ist darauf zu achten, dass man nicht versehentlich nur einen Kanal oder HiFi/Normal-Mix gewählt hat, wenn dies nicht erwünscht ist. Beim SCART-Anschluss ist es übrigens egal, ob er auf Composite oder S-Video steht. Audio-L/R wird in beiden Fällen ausgegeben.

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Bei professionellen MAZen sind die Audioanschlüsse u.U. nicht mit L(inks) und R(echts) bzw. farblich gekennzeichnet, sondern werden als Ch. 1 und Ch. 2 (= Channel = Kanal) bezeichnet. Hier gilt bei MAZen mit zwei Tonspuren: Kanal 1 ist links, Kanal 2 rechts. Wenn die MAZ symmetrische XLR-Anschlüsse besitzt, bedarf es ggf. eines passenden Adapters (z.B. Neutrik NA2FPMF), um das Audiosignal mit einem üblichen Audio-Cinchkabel weiterzuführen. Ein beliebter Trick ist auch die Verwendung des frontseitigen Kopfhöreranschlusses anstelle der rückseitigen XLR-Buchsen. In diesem Fall ist nur ein Stereoklinke-Cinch-Kabel erforderlich. Besonders zu achten ist auf den Signalpegel. Viele Consumer-Geräte arbeiten mit einem Audio-Signalpegel von -10 dBu, während professionelle Geräte auch höhere Pegel ausgeben können bzw. der Pegel einstellbar ist.

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Zu vermeiden gilt insbesondere die Übersteuerung, da ein übersteuert digitalisiertes Audiosignal irreparable, deutlich hörbare Fehler aufweist. Dagegen ist ein zu schwacher Audiopegel vergleichsweise harmlos und führt lediglich zu erhöhtem Rauschen, wenn man die Tonaufnahme nachträglich verstärkt.

Bilder: behrendt.tv (8) und Wikipedia (1)

(Diese Nachricht wurde am 13.07.11 um 20:26 von MarkusB. geändert.)
 

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Markus
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Antwort #3 - 10.12.2009 um 20:25:00

MarkusB.   Offline
Videoforum Moderator

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3. Wiedergabe und weitere Signalverarbeitung



3.a. Optimierung: Vor oder nach der Digitalisierung

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um das Videobild zu optimieren. Entweder man digitalisiert es „so wie es kommt“ und fängt dann mittels Software an zu rechnen („we fix it in the post“ – was halt zu retten noch möglich ist) oder man optimiert es vor der Analog-Digital-Wandlung (= A/D-Wandlung). Während der zuerst genannte Weg sicher preisgünstiger ist, punktet die analoge Aufbereitung sowohl beim Zeitbedarf pro Videodigitalisierung als auch bei der erzielbaren Qualität. Es gibt nämlich einige Bildfehler, die man nur schwer aus einer Videodatei heraus bekommt (z.B. Jitter), während sich die analoge Korrektur vergleichsweise einfach gestaltet. Zudem entfallen verlustbehaftete Renderschritte, wenn das Video schon zur Digitalisierung fertig optimiert ist. – Im weiteren Verlauf gehe ich vorrangig auf die analoge Optimierung ein, weil ich mich hauptsächlich damit beschäftige. Wer möchte, kann gerne digitale Wege der Bildaufbereitung ergänzen (nach Möglichkeit bitte mit Erfahrungswerten).


3.b. Selbstgemachte Bild- und Tonfehler vermeiden

Dieser Punkt ist wichtig, daher nenne ich ihn gleich zu Beginn. Was auch immer zwischen Wiedergabegerät und A/D-Wandler passiert, sollte am Ende nicht zu einer Verschlechterung des Ergebnisses führen. Daher ist es wichtig, zwischengeschaltete Geräte zu prüfen, vor allem wenn sie Composite-Videosignale verarbeiten oder eine Umwandlung von Composite nach S-Video (oder umgekehrt) stattfindet. Andernfalls können sich bei schlechter Farbtrennung u.a. Cross-Color- oder Cross-Luminance-Fehler einschleichen. Auch sollte das Bild am Ende der analogen Korrektur (subjektiv) besser aussehen als zu Beginn und nicht bloß „Hauptsache knackescharf“ sein. Bei Consumer-Videoaufnahmen muss man bisweilen kleine Kompromisse eingehen, wenn man dadurch größere/auffälligere Mängel beseitigen kann.

Natürlich sollten auch die verwendeten Video- und Audiokabel einwandfrei funktionieren. Dazu gehört, dass sie von ausreichender (!!) Qualität sind, u.a. um die Gefahr von Wackelkontakten zu verringern. Optimal ist die Verwendung möglichst kurzer Kabel, um Leitungsverluste und elektromagnetische Einstreuungen so gering wie möglich zu halten.


3.c. Signalpegel

Vereinfacht ausgedrückt erscheint ein Videobild (am Röhrenfernseher) umso heller und kontrastreicher, je höher der maximale Signalpegel ist. Bei der Digitalisierung wird das analoge Signal jedoch gnadenlos in ein vorgegebenes Raster gedrückt und alles, was die Grenzwerte dieses Rasters unter- oder überschreitet, wird einfach abgeschnitten. Ist der Signalpegel also zu hoch oder zu niedrig, gehen u.U. Bildinhalte in hellen und/oder dunklen Bereichen für immer verloren. Ich erwähne das, weil die meisten Videogeräte für den Heimbereich nicht richtig eingestellt sind und zugunsten eines knackig wirkenden Bildes oft der Ausgangssignalpegel zu hoch ist. Bei der Digitalisierung verlieren dann z.B. Wolken am tiefblauen Himmel ihre Plastizität und erscheinen nur noch flächig weiß. Den Signalpegel kann man zwar in der Elektronik von Videorecordern nachregeln, aber das ist nur etwas für Fachleute. Wer keine Kenntnisse, Erfahrungen, Werkzeuge und Serviceunterlagen besitzt, sollte die Finger davon lassen und den Pegel zwischen Wiedergabegerät und A/D-Wandlung korrigieren.

Zur Kontrolle der Einstellung bedarf es mindestens eines guten 50 Hz Röhrenfernsehers, besser noch eines professionellen Videomonitors. Wer eine objektive Kontrollmöglichkeit bevorzugt, wird den sogenannten Waveform-Monitor schätzen. Ein Flachbildfernseher oder das Vorschaufenster am Computer eignen sich nicht besonders zur Beurteilung des Signalpegels, da das Videobild von beiden Ausgabegeräten tiefgreifend verändert wird, bevor es zur Darstellung gelangt. Optimalerweise greift man das Videosignal am analogen Ausgang des A/D-Wandlers ab und tastet sich bei entsprechenden Bildinhalten an den oberen Grenzwert heran (Plateaubildung vermeiden und unbedingt mehrere Videoinhalte prüfen!). Ein Testbild wäre zwar wesentlich besser für die Einstellung geeignet, aber so etwas findet man nur extremst selten vor Privataufnahmen – und dann ist es zumeist nicht normgerecht, sondern nur Fake.

Wer keine adäquate Bildausgabe- oder Messtechnik besitzt, sollte folgendes bedenken: Ein etwas zu geringer Signalpegel kann noch während der Nachbearbeitung korrigiert werden, anders als ein übersteuert digitalisiertes Videobild. Viele bessere Videoschnittprogramme haben auch eine zuschaltbare Waveform-Anzeige, an der man sich bei der nachträglichen Korrektur orientieren kann. Wer Adobe OnLocation oder dessen Vorgänger (DV-Rack) besitzt, kann während der A/D-Wandlung auch die dortige Waveform-Anzeige nutzen. Der einzige mir bekannte Wandler, der eine Einstellung des Eingang-Signalpegels erlaubt, ist der Canopus ADVC-300. Wer noch andere Geräte kennt, mit denen man den Signalpegel nachregeln kann, ohne das Bild zu verschlimmbessern (wie es etwa ein Videoprozessor tut), möge sie bitte ergänzen. Bezüglich der Übersteuerung von Video8- und Hi8-Aufnahmen bei Verwendung von Digital8-Geräten hatte ich im Beitrag Camcorder/Recorder an PC anschließen, Aufnahmen capturen und editieren in Absatz 4 schon etwas geschrieben.


3.d. Verbogene Kanten, Bildzittern und Bildruckeln (Jitter)

Die wohl bekanntesten und offensichtlichsten Bildstörungen bei analogen Videoaufnahmen sind zitternde und/oder verbogene Bildinhalte, was besonders gut an senkrechten Linien und Kanten zu sehen ist. Hervorgerufen wird dieser Effekt durch zeitliche Schwankungen während der analogen Aufnahme und Wiedergabe, was sich sowohl zeilenweise als auch (halb-)bildweise auswirken kann. Zunächst ein Beispiel für die zeilenweise Abweichung:

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Das Bild zeigt eine fortgeschrittene Kopiergeneration, bei der vorhandenes Jitter jeweils mitkopiert und dadurch weiter verstärkt wurde. Bei rein analoger Signalverarbeitung sind diese Fehler unschön, aber vergleichsweise harmlos, da sich nachfolgende Analoggeräte oft sehr gutmütig verhalten, einfach ein wenig „mitschwanken“ und am Ende die Fünfe gerade sein lassen (können!). So stellt es für einen einfachen Röhrenfernseher beispielsweise kein großes Problem dar, ein Videosignal mit Sync-Schwächen dennoch (z.T. sogar scheinbar fehlerfrei) anzuzeigen. Das war ein großer Vorteil der analogen Technik.

Bei der Videodigitalisierung ist das anderes, denn die Bildfolge im digitalen Datenstrom wird mit einem exakt vorgegebenen zeitlichen Takt erzeugt. Verschiebungen einzelner Bildzeilen führen dann zu verbogenen Bildinhalten, Schwankungen der Bildwechselfrequenz im ungünstigsten Fall sogar zu ruckelnden Bewegungungsabläufen. Letzteres passiert immer dann, wenn nicht durchgehend 25 Bilder pro Sekunde (= frames per second = fps) beim A/D-Wandler ankommen. Wird die Bildfolge vorübergehend mit mehr oder weniger als 25 fps angeliefert, läuft der Speicher des A/D-Wandlers ggf. leer oder über. Dadurch geht zwischendrin entweder ein Bild verloren (1-2-3-5-6-7) oder das zuletzt gespeicherte Bild wird doppelt ausgelesen, um keine Lücke im Datenstrom entstehen zu lassen (1-2-3-3-4-5). Bildsprünge und im schlimmsten Fall permanentes Bildruckeln sind die Folge, je nach Fangbereich und Puffer des A/D-Wandlers. Es ist daher u.U. notwendig, Videoaufnahmen mit Sync-Fehlern vor der Digitalisierung zu stabilisieren, so dass es möglichst selten zu verbogenen Kanten und/oder Bildsprüngen kommt.

Stabilisieren lässt sich ein Videosignal mittels „Zeitbasis-Korrektur-Gerät“ (= Time Base Corrector = TBC). Man unterscheidet prinzipiell zwei Arten von TBCs: Den Vollbild-TBC, der komplette Halb- oder Vollbilder zwischenspeichern und synchronisiert ausgeben kann, und den Zeilen-TBC (= Line-TBC = LTBC), der immer nur einen Teil des Bildes puffert und synchronisiert ausgibt. Allgemein ist der Vollbild-TBC höherwertiger, doch eine Wunderwaffe ist das nicht. Wenn die dritte VHS-Kopiergeneration schon auf einem Röhrenfernseher nur noch wegkippt, dann biegt das auch ein TBC oft nicht mehr richtig gerade. Auch haben einige Vollbild-TBCs Probleme mit Videobildern, deren erste Bildzeilen noch nicht ausreichend synchron sind (siehe nachfolgende Abbildungen). In diesem Fall kommt es beim Digitalisieren oft zu einer falschen Zeilenzuordnung und damit zu einem Auf- und Abhüpfen des Bildes um je eine Bildzeile (und das 25× pro Sekunde!), was ziemlich auffällig und unruhig wirkt und zudem eine Art Zeilenstruktur erzeugt. In solchen Fällen kann der Einsatz eines LTBC vorteilhaft sein, da dieser nicht das ganze Bild zwischenspeichert und es somit auch nicht halbbildweise zeilenversetzt ausgeben kann.

...          ...

Das linke Bild zeigt die Verzerrung im Signalbereich zwischen zwei Videobildern mittels „Pulse Cross“-Schaltung eines Videomonitors (auch „H/V-Delay“ genannt). Diese Verzerrung entsteht, weil alle halbe Umdrehung der Zylindereinheit von einem auf den anderen Videokopf umgeschaltet werden muss. Man erkennt deutlich, dass im obigen Fall auch die ersten sichtbaren Bildzeilen noch von den Störungen betroffen sind, was sich im Randbereich der Bilder (rechts oben) vergleichsweise harmlos als Ausreißer nach links oder einem Wegkippen nach rechts zeigt. Am Fernseher sieht man davon zumeist nichts, weil die betreffenden Zeilen für gewöhnlich außerhalb des sichtbaren Anzeigebereichs liegen. Um die Signalstörung zu sehen, benötigt man einen professionellen Videomonitor mit Underscan-Schaltung. Einige Monitore verfügen auch über die in diesem Fall aussagekräftigere „Pulse Cross“- bzw. „H/V-Delay“-Schaltung. - Tritt dieser Fehler auf, muss man mit einem Vollbild-TBC vorsichtig sein und das Videobild gut kontrollieren. Hier zum Vergleich noch eine Videoaufnahme mit geringer Signalverzerrung (links) und das saubere Ausgangssignal eines TBC (rechts):

...          ...

Es gibt auch Videorecorder mit integriertem TBC. Was ein solcher leistet und was nicht, muss man einfach ausprobieren. Insgesamt verhält es sich mit einem TBC ähnlich wie mit Wiedergabegeräten: Jeder hat seine individuellen Stärken und Schwächen und nicht jeder harmoniert mit allen Videoaufnahmen. Der integrierte TBC des ADVC-300 hat einen vergleichsweise guten Fangbereich für zeitliche Abweichungen, ebenso die AV-Eingänge des DVD-Recorders Panasonic DMR-ES10 (man kann das Signal auch durchschleifen und dadurch stabilisieren). Gute interne TBCs findet man u.a. im JVC HR-S9600EU bzw. im Panasonic NV-HS950E (jeweils SVHS) sowie im Sony EV-S9000E (Hi8).

Ein Programm zur nachträglichen Korrektur von Jitter in einer gespeicherten Videodatei ist mir nicht bekannt.

Zu einer Sync-Störung der besonderen Art kann es bei bestimmten Hi8/ME-Bändern kommen: Wellenförmige Verzerrungen im gesamten Bild (siehe unten) und Quitschen im Ton. Diese Störung resultiert meiner Einschätzung nach aus einem ungünstigen Gleitverhalten des Bandes, wodurch die rotierende Zylindereinheit zeitweise abgebremst wird. Auch dieser Fehler kann sowohl bei der Aufnahme als auch bei der Wiedergabe entstehen. Man erkennt das vor allem am Quitschen: Kommt es aus dem Wiedergabegerät, dann bremst das Band just in dem Moment die Zylindereinheit des Videorecorders ab. Kommt das Geräusch dagegen aus den Lautsprechern, dann hat es das Mikrofon des Camcorders während der (fehlerhaften) Aufnahme erfasst. Natürlich ist auch beides gleichzeitig möglich, also eine fehlerhafte Aufnahme mit zusätzlichen Störungen während der Wiedergabe (genau hinhören, ggf. mal die Lautsprecher stummschalten).

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Das Bild zeigt eine Hi8/ME-Störung mittlerer Ausprägung. Bei heftigeren Störungen verändert sich auch die Farbe und es kommt zu falschfarbigen Streifen. Aufnahmebedingte Störungen lassen sich nicht korrigieren, denn selbst die besten TBCs fangen das nicht mehr auf. Bei der Wiedergabe auftretende Störungen kann man ggf. durch Verwendung eines anderen Recorders beseitigen oder zumindest abschwächen. Jede Zylindereinheit hat im Mikrobereich ihre eigene, individuelle Oberflächenbeschaffenheit und jedes Laufwerk führt das Band mit einer etwas anderen Zugspannung. Mit etwas Glück findet sich ein passender Recorder für eine möglichst optimale Wiedergabe der kritischen Hi8/ME-Bänder.


3.e. Bildrauschen und Spratzer

Das Bildrauschen in Videoaufnahmen setzt sich zusammen aus dem Rauschen des Helligkeitssignals (feineres Rauschen) sowie dem Rauschen des Farbanteils (flächigeres Rauschen). Oft verfügen Oberklasse-Recorder schon werksseitig über entsprechende Schaltungen (Noise Reduction, z.B. NR, DNR oder 3D-NR) mit mehr oder minder sichtbaren Auswirkungen. Wenn diesbezüglich mehrere Einstellungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen, kann man auch die Wirkungen der verschiedenen 2D- und 3D-Rauschminderungen in allen Stufen ergründen, um zu sehen was passiert, wenn man es mit einzelnen Einstellungen übertreibt. Es entstehen dann ggf. Artefakte, die man nicht haben möchte. Also gilt es einen Mittelweg zu finden zwischen vorhandenem Bildrauschen einerseits und Bildschärfe bzw. Bewegungsdarstellung andererseits. Bei statischen Motiven können auch die Extremwerte einer 3D-NR genutzt werden, da es in diesem Fall logischerweise nicht zu Nachzieheffekten kommen kann.

Hat ein Recorder eine interne, zuschaltbare Rauschunterdrückung, kann man nichts anderes tun als die Wiedergabe je einmal mit und einmal ohne diese Schaltung zu prüfen. Der Vergleich zeigt dann, ob die Rauschminderung bei den gegebenen Aufnahmen eine Verbesserung bewirkt oder ob sie sogar zu einer Verschlechterung des Gesamteindrucks führt. Bildrauschen nimmt der Mensch nämlich als etwas relativ natürliches wahr, während z.B. Nachzieheffekte unnatürlich und störend wirken.

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Wenn es bei der Wiedergabe von VHS-Formaten (VHS, SVHS, VHS-C, etc.) zeitweise zu erhöhtem Bildrauschen kommt, sollte man auch mal die Spurlage prüfen und diese ggf. mittels Tracking-Regler oder -Tasten manuell einstellen. Die Charakteristik dieses Typs Bildrauschen (bei leichter Abweichung vergleichsweise fein, andauernd, gleichmäßig und ggf. nicht reproduzierbar) unterscheidet sich von einer Verschmutzung der Videoköpfe (Beschreibung siehe Absatz 1.b.). - Professionelle SVHS-MAZen verfügen auch über eine Messeinrichtung, die dem Anwender zeigt, wie gut das Tracking eingestellt ist. Dadurch ist man nicht allein auf den Bildeindruck angewiesen.

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Schwarze Spratzer wie in der obigen Abbildung deuten auf verschmutzte oder verschlissene Videoköpfe hin. Sie treten vor allem an sehr kontrastreichen Kanten auf und können entweder bei der Wiedergabe entstehen oder auch so aufgenommen worden sein. Um die Möglichkeiten einer Verbesserung bei der Wiedergabe zu prüfen, digitalisiert man am besten eine kritische Szene direkt zweimal hintereinander und vergleicht dann die Ausreißer Einzelbild für Einzelbild. Aufnahmebedingte Spratzer sind reproduzierbar immer zur selben Zeit im selben Frame zu sehen, während wiedergabebedingte Störungen zeitlich und räumlich variieren. Letztere kann man im günstigsten Fall beseitigen, indem man sorgfältig die Videoköpfe reinigt (siehe 1b). Falls das nicht genügt, bietet sich die Verwendung eines anderen, einwandfrei funktionierenden Recorders an.


3.f. Farbverschiebung

Zugunsten längerer Laufzeiten bei überschaubaren Kassettengrößen (und -preisen) liegen die Videospuren bei Consumer-Videoformaten so eng zusammen, dass sie sich gegenseitig beeinflussen. Aus diesem Grund ist beim Auslesen der gespeicherten Bildinformationen eine Elektronik erforderlich, welche die abgetastete Information von Störungen durch die benachbarten Videospuren weitestgehend befreit. Dieser Schritt ist jedoch verlustbehaftet, was sich vor allem dadurch bemerkbar macht, dass z.B. die Aufnahme einer TV-Sendung nie so gut ist wie die Sendung selbst und Videokopien sofort als solche erkennbar sind. Einer der Qualitätsverluste ist eine zeitliche Differenz zwischen Helligkeitssignal und Farbanteil, was sich dadurch äußert, dass die Farbinformation leicht versetzt zum zugehörigen Motiv auf dem Bildschirm erscheint. Dieser Effekt verstärkt sich bei jeder weiteren Kopiergeneration. Auch gibt es Videorecorder, die schon von Hause aus einen relativ großen Farbversatz erzeugen. Dieser ist also nicht immer exakt gleich und (auch) abhängig vom Wiedergabegerät.

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Im obigen Beispiel erkennt man sehr gut, dass das Rot der Mütze nach rechts unten verschoben ist. Das gleiche fällt beim Kettcar auf, dessen Stahlrahmen teils grau (in der Farbe des Asphalts) erscheint, während die grüne Farbe daneben liegt. Sofern dieser Bildfehler in Maßen auftritt, können die meisten Betrachter nicht direkt benennen, warum sie ein korrigiertes Bild besser finden als ein farbverschobenes. Letztendlich spielt es aber keine Rolle, ob ein Bildfehler offensichtlicher oder subtiler Art ist. Wenn man ihn beheben kann, sollte man das auch tun.

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Deckungsgleich zusammenbringen lassen sich beide Bildanteile beispielsweise mit einem TBC von electronic-design. Diese Geräte bekommt man allerdings nur noch gebraucht und das teils zu Preisen von bis zu 300 €. Es gibt zwei Ausführungen davon: Den TBC-Light, der die Farbe nur links/rechts anpassen kann, und den TBC-Enhancer, mit dessen Hilfe der Farbversatz zusätzlich auch vertikal korrigiert werden kann. Da bei der Wiedergabe analoger Videoaufnahmen die Farbe jedes mal um eine TV-Zeile nach unten rutscht, hat der TBC-Enhancer einen größeren Nutzen als der TBC-Light. Eine vernünftige Bildkontrolle ist natürlich auch hier erforderlich. Im Vorschaufenster des Computermonitors lässt sich das nicht gut einstellen und auch ein Flachbildfernseher eignet sich nur begrenzt dafür. Hat man keinen professionellen Videomonitor zur Hand (14" wären eine optimale Größe), genügt auch hier wieder ein Röhrenfernseher mit 50 Hz ohne weitere Bildverbesserung (wegen der geringeren Auflösung wären hier 55 cm Bilddiagonale optimal). Ausgezehrt sollte die betreffende Bildröhre natürlich nicht sein, sonst besteht wie bei jeder Bildkorrektur die Gefahr der Verschlimmbesserung. Es gibt auch Wiedergabegeräte, die eine interne Korrektur des sog. Y/C-Delay erlauben. Für Video8 und Hi8 wäre dies der Sony EV-S9000.

Dieser Bildfehler lässt sich auch während der Nachbearbeitung noch korrigieren, allerdings ist dieser Schritt je nach gespeichertem Kompressionsformat verlustbehaftet. Hierzu startet man ein geeignetes Videoschnittprogramm, legt die zu korrigierende Aufnahme in die Timeline und setzt die Farbsättigung auf Null. Übrig bleibt ein s/w-Bild, also die Helligkeitsinformation des Videobildes. Danach legt man die gleiche Videodatei zeitgleich in die Videospur darüber und gibt als Transparenz-Option die Farbe (bzw. Farbe und Sättigung) vor. Dadurch wird das s/w-Bild mit der Farbinformation des darüberliegenden Bildes versehen. Nun kann man die darüberliegende Szene und damit die Farbe passend verschieben. Alternativ kann man auch ChromaShift in Verbindung mit Avisynth nutzen.


3.g. Farbflackern

Ein weiterer Qualitätsverlust bei analogen Videoaufnahmen ist das Farbflackern, das sich vor allem bei (VHS-) Videokopien sehr deutlich zeigen kann. Da dem Farbanteil im Videosignal nur eine geringe Bandbreite zusteht, wirken sich Signalstörungen auf die Farbinformation überdurchschnittlich stark aus. Die Folge sind zumeist falschfarbige Streifen, die von Halbbild zu Halbbild variieren und dadurch sehr auffällig sind.

...          ...          ...

Den größten Einfluss auf das Ausmaß von Farbstörungen hat das Wiedergabegerät selbst. Manche Aufnahmen zeigen in einigen Recordern sehr viele Farbstörungen, während in anderen Videogeräten kaum mal ein falschfarbiger Streifen in Erscheinung tritt. Da bleiben einem nur Recordertests, denn im Videosignal lassen sich die Störungen aufgrund ihres Ausmaßes kaum noch richtig reduzieren. Eine Möglichkeit ist die Zuschaltung einer 3D-Rauschminderung (3D-NR) im Bereich des Farbanteils, was oft jedoch nur wenig ausrichtet und gleichsam zu Nachzieheffekten führt. Auch die nachträgliche Bearbeitung im Videoschnitt- oder gar Bildbearbeitungsprogramm ist nur eingeschränkt möglich und zudem sehr mühselig, da man sich ggf. jedes Einzelbild separat vornehmen muss. Freilich gibt es auch Videoaufnahmen, die mit jedem Wiedergabegerät ausgeprägte Farbstörungen hervorbringen. In diesem Fall muss man sich etwas einfallen lassen, wenn die Aufnahme so nicht bleiben soll. Die einfachste Möglichkeit zur Eliminierung der Farbstörung ist das Wegnehmen des Farbanteils, denn das s/w-Bild sieht zumeist vollkommen in Ordnung aus. Treten die Farbstörungen nur im oberen Bildbereich auf, kann man auch eine Maske anwenden, mit deren Hilfe die Farbsättigung (und damit auch das Ausmaß einer Farbstörung) nach oben deutlich reduziert wird. Auch das kann subjektiv eine deutliche Verbesserung darstellen, selbst wenn das Videobild dann nicht mehr im engeren Sinne vollständig ist.


3.h. Störstreifen und durchlaufende Bilder

Die zuletzt verbreiteten Videobandformate zeichneten das Bildsignal im Schrägspurverfahren auf. Das hat den Vorteil, dass das Magnetband relativ langsam läuft, wodurch eine Videokassette eine lange Aufnahmedauer haben kann. Gleichzeitig wird das Bildsignal jedoch mit hoher Relativgeschwindigkeit aufgezeichnet, so dass es eine hohe Auflösung erreicht. Um bei der Wiedergabe eine optimale Qualität zu erzielen, muss die aufgenommene Spur exakt nachgefahren werden. Das machen die Recorder der verschiedenen Videoformate normalerweise automatisch (Autotracking).

...

Die einzelnen Spuren ergeben sich aus dem Bandlauf (Richtung, Geschwindigkeit) und der Rotation der schräg stehenden Zylindereinheit. Bei den meisten Videokassettenformaten befindet sich die volle Spule zunächst auf der linken Seite, d.h. das Band läuft links aus der Kassette heraus, durch das Laufwerk des Recorders hindurch und rechts wieder in die Kassette hinein. Dabei dreht sich die Zylindereinheit in Laufrichtung des Bandes mit 25 s-1 (Umdrehungen pro Sekunde). Die Rotationsgeschwindigkeit ist kein Zufall, denn so werden 25 Vollbilder (50 Halbbilder) pro Sekunde aufgenommen und wiedergegeben, d.h. jede einzelne Schrägspur beinhaltet die Information von einem Halbbild.

Das Magnetband wird etwas mehr als um 180° um die Zylindereinheit geführt, so dass bei jeder halben Umdrehung der gerade aktive Videokopf die Magnetisierung der aktuellen Schrägspur erfasst. Ist der Videokopf am Ende der Spur angelangt, wird auf den gegenüberliegenden Videokopf umgeschaltet und der Vorgang wiederholt sich mit der nächsten Schrägspur. Halbbild für Halbbild werden die Informationen ausgelesen. Die Kopfumschaltung erfolgt dabei in der Austastlücke zwischen zwei Halbbildern, so dass die damit verbundenen Störungen nicht sichtbar werden. Wenn alles präzise zusammenarbeitet, passt der Abtastbereich genau zur Aufnahme und die „Verfolgung der Spur“ (Tracking) stimmt.

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Die schematische Darstellung zeigt eine Draufsicht auf das Magnetband. Zum besseren Verständnis entspricht die Darstellung der Blickrichtung bzw. räumlichen Orientierung des Anwenders vor dem Recorder (Kassette vorne, Laufwerk dahinter, Blick auf die Bandfläche, die außen um die Zylindereinheit geschlungen zu sehen ist). In Bezug auf die Aufnahmefläche des Magnetbandes ist die Darstellung spiegelverkehrt, links und rechts ist vertauscht. - Begonnen wird jede Spur unten, was bedeutet, dass das gespeicherte Halbbild quasi auf dem Kopf steht. Diese Information ist insofern wichtig, weil man damit das Auftreten bestimmter Bildstörungen auf dem Band verorten kann, um - wenn möglich - zielsicher Gegenmaßnahmen ergreifen zu können.

So kann beispielsweise eine fehlerhafte Spurnachführung bei der Wiedergabe zu mehr oder minder ausgeprägten Bildstörungen führen. Dabei gibt es verschiedene Arten von Abweichungen, die jeweils unterschiedliche Ursachen und Auswirkungen haben. Im einfachsten Fall fahren die Videoköpfe zeitlich zu früh oder zu spät über die aufgenommenen Spuren und treffen sie dadurch nicht exakt (siehe hierzu auch Absatz 3e „Tracking“).

...

In der obigen Darstellung ist der Abtastbereich zeitlich verschoben, so dass die aufgezeichnete Spur zu spät nachgefahren wird. Dadurch kann der Videokopf die Aufnahme nicht vollständig erfassen und zusätzlich stören die teilweise mitabgetasteten Informationen von der Nachbarspur. Infolgedessen kommt es zu erhöhtem Bildrauschen und weißen Spratzern. Durch das manuelle Tracking verschiebt man nun die Spuren zeitlich nach vorne oder hinten, bis sie zum vorgegebenen Abtastbereich der Zylindereinheit passen. Dieser Vorgang geht mit einer kurzzeitigen Veränderung der Bandtransportgeschwindigkeit einher und kann dadurch auch hörbar gemacht werden.

Dazu gibt man eine Videoaufnahme mit Längsspur-Ton wieder und dreht den Tracking-Regler zwischen dem linken und rechten Anschlag etwa im Sekundentakt hin und her. Dabei leiert der Ton, weil das Band kurzzeitig beschleunigt bzw. verzögert wird. Falls der betreffende Recorder nur Tipptasten für das Tracking hat, kann man den Effekt wie folgt hörbar machen: Zunächst verstellt man die Spurlage, so dass es zu deutlichen Bildstörungen kommt. Dann reaktiviert man die Automatik und während der optimale Wert angesteuert wird, klingt die Tonspur für einen kurzen Moment schneller bzw. langsamer.

Damit Aufnahmen mit anderen Recordern desselben Videoformats kompatibel sind, müssen sich die Videospuren an präzise Vorgaben halten (Anfang, Länge, Winkel). Um das zu erreichen, wird das Magnetband mechanisch mithilfe der Bandführungsrollen präzise um die Zylindereinheit geführt.

...

Hat sich das Laufwerk z.B. durch einen Sturz verzogen oder haben sich die Bandführungsrollen verstellt, dann stimmt die Aufnahme nicht mehr mit der Spezifikation des jeweiligen Videoformats überein. Dabei fällt die Abweichung oft nicht sofort auf, denn das dejustierte Videogerät kann seine eigenen (genau so dejustiert aufgezeichneten) Aufnahmen in aller Regel fehlerfrei wiedergeben. Das ist auch logisch, denn die Aufnahme- und Wiedergabeparameter stimmen überein. - Dafür werden jedoch normgerechte Aufnahmen (das können auch frühere Aufnahmen desselben Videogeräts sein) nur noch mit Bild- und Tonstörungen wiedergegeben. Auch können die dejustierten Aufnahmen von keinem anderen Recorder fehlerfrei abgespielt werden.

...          ...          ...

Bei den obigen Beispielen ist die rechte Bandführungsrolle falsch eingestellt. Die Abtastung der Schrägspur (von unten nach oben) ist am Anfang noch korrekt, so dass das gespeicherte Bild (baut sich von oben nach unten auf) zunächst sauber beginnt. Im weiteren Verlauf der Abtastung wird jedoch die Grenze zum benachbarten Halbbild erreicht, so dass hier das Tracking nicht mehr stimmt. Gegen Ende des Spur, also am unteren Bildrand, entsteht dadurch ein Störstreifen (Abbildung oben links). Mit zunehmender Dejustierung der rechten Bandführungsrolle tritt der Störstreifen immer deutlicher zutage bzw. er bildet sich immer höher ab (mittlere Abbildung) und weitere Störstreifen werden sichtbar (Abbildung oben rechts). Die schematische Darstellung dazu sieht so aus:

...

Auch hier kann man etwas interessantes beobachten: Dadurch dass bei zunehmender Dejustierung immer mehr Spuren überquert werden, liest der aktive Videokopf auch mehrere aufeinanderfolgende Halbbild-Teile aus. Jeder Abschnitt zwischen den Störstreifen zeigt dann ein zeitlich benachbartes Halbbild, was gut bei bewegten Bildinhalten oder Szenenwechseln zu erkennen ist. Bekannt ist dieser Effekt ansonsten nur vom Bildsuchlauf (Ausnahme: Video 2000). Die Ursache ist in beiden Fällen gleich: Der Videokopf überfährt mehrere Spuren, weil die Aufnahme- und Wiedergabebedingungen unterschiedlich sind.


...     ...     ...     ...     ...

Im nun gezeigten Beispiel ist die linke Bandführungsrolle falsch einstellt. Dadurch stimmt das Tracking zu Beginn der Spur nicht, woraus ein instabiles Bildsignal resultiert. Das Videobild kippt immer wieder nach oben oder läuft gar durch, je nach Art und Umfang der Dejustierung. Und so sieht die schematische Darstellung in diesem Fall aus:

...

Selbstverständlich können auch beide Bandführungsrollen gleichzeitig dejustiert sein, so dass sich die verschiedenen Fehler überlagern. Dazu wirkt sich eine Dejustierung auch auf den HiFi-Ton aus, der ebenfalls als Schrägspur aufgenommen und wiedergegeben wird. Dabei führt eine leichte Dejustierung zu einem kratzenden Geräusch (50 kurze Störgeräusche pro Sekunde) und eine stärkere Dejustierung entweder zu einer Umschaltung auf die Audio-Längsspur (z.B. bei den VHS-Formaten) oder einem Totalausfall der Tonwiedergabe (8mm-Videoformate).

Die Charakteristik der Bildstörungen und die Anzahl etwaiger Störstreifen gibt also Hinweise auf die Art und den Umfang einer Dejustierung. Damit kann direkt abgeschätzt werden, welche Bandführungsrolle wie weit nachgestellt werden muss, um auftretende Störungen zu beseitigen. Ein dafür geeignetes Werkzeug ist ein unmagnetischer Schlitzschraubendreher mit Kerbe in der Mitte. Auch sind Kenntnisse der Elektrotechnik vonnöten, denn mit ungeeigneten Mitteln kann man nicht nur Band und Recorder beschädigen, sondern auch sein eigenes Leben beenden (z.B. Netzstecker nicht gezogen, versehentlich abgerutscht und Kontakt mit dem primären Stromkreis hergestellt).

Nun zur Einstellarbeit an den Bandführungsrollen: Als erstes lässt man das Band einfädeln und markiert auf jeder Umlenkrolle eine bestimmte Position, damit die ursprüngliche Einstellung leicht wiederhergestellt werden kann (z.B. mit einem Filzstift auf 12 oder 6 Uhr, je nachdem welche Stelle besser erreichbar ist). Dann drückt man auf die Play-Taste und lässt die Aufnahme einen Moment lang laufen, bis sich alles eingeregelt hat. Am besten hört man, sofern vorhanden, auf den HiFi-Ton. Nun wird eine der Umlenkrollen in die eine Richtung gedreht, bis erste Tonstörungen hörbar werden. Dann dreht man sie in die andere Richtung, bis es auch da zu Tonstörungen kommt. Die Mitte beider Grenzwerte ist oft passend. Diese Prozedur wird bei der anderen Umlenkrolle wiederholt. Dabei ist auch auf das Bild zu achten. Eine schwach dejustierte Spurlage äußert sich in erhöhtem Bildrauschen. Bei der Bildbeurteilung bietet sich natürlich ein Röhrenfernseher ohne Bildverbesserer (DNR, etc.) an, damit man solche Fehler auch erkennen kann. Eventuell ist noch eine kleine Nachjustierung in der einen oder anderen Richtung nötig, bis die optimale Einstellung erreicht ist.

Wenn bei einem Videogerät eine der Bandführungsrollen lose war und dadurch eine variable Störung auftritt, wird eine fehlerfreie Digitalisierung schwierig. Bei sehr wichtigen Aufnahmen lohnt sich ggf. ein mehrfaches Wiedergeben der betreffenden Abschnitte mit jeweils unterschiedlichen Einstellungen, bis jeder Teil einmal fehlerfrei digitalisiert worden ist. Im Videoschnittprogramm setzt man dann alle brauchbaren Teile zusammen, bis die Szenen durchgehend fehlerfrei erscheint. Je nach Variation der Dejustierung und Anspruch an die Fehlerfreiheit der jeweiligen Szenen kann solch eine Arbeit beliebig aufwändig werden.


3.i. Ton

Das Audiosignal läuft für gewöhnlich ohne Umweg direkt vom Wiedergabegerät zum A/D-Wandler. Man muss neben dem Signalpegel eigentlich nur noch darauf achten, dass die richtigen Tonspuren gewählt sind und die beiden Kanäle nicht vertauscht sind. Als Faustregel gilt:
R
ot =
R
echts, was man sich dank identischer Anfangsbuchstaben leicht merken kann. Wenn man das konsequent beherzigt, wird nicht so leicht etwas vertauscht.

...

Bei digitalem Ton (also auch beim Digitalisieren) ist 0 dB die Grenze, die man nicht überschreiten darf. Ob die VU-Anzeige des Wiedergabegeräts allerdings zum Eingangspegel des A/D-Wandlers passt und damit eine Kontrolle während der Wiedergabe zulässt, muss man vorab mit einer Testdigitalisierung prüfen.

Bilder: behrendt.tv

(Diese Nachricht wurde am 14.07.11 um 10:35 von MarkusB. geändert.)
 

Herzliche Grüße
Markus
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Antwort #4 - 10.12.2009 um 20:40:00

MarkusB.   Offline
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4. Die Analog-Digital-Wandlung



4.a. Der A/D-Wandler

Welchen Stellenwert der A/D-Wandler hinsichtlich der Digitalisierungsqualität hat (auch in Bezug auf eine konstante Synchronität von Bild und Ton während der gesamten Laufzeit einer Videoaufnahme), wird im Beitrag Camcorder/Recorder an PC anschließen, Aufnahmen capturen und editieren im Absatz 1c ausführlich beschrieben.


4.b. Digitalformat

Prinzipiell bietet sich die Erzeugung eines DV-Formats an, weil dieses einerseits genug Reserve für die erzeugte Bildqualität hat und andererseits auch eine sehr gute Bearbeitbarkeit mitbringt. Wer einen entsprechenden A/D-Wandler besitzt, kann natürlich auch mal mit anderen Kompressionsformaten wie z.B. MPEG2 oder H.264 experimentieren. Hat man aber noch etwas anderes im Sinn als das Erstellen von DVDs oder die Wiedergabe der Videodateien am Computer, sollte man die Videoaufnahmen nicht schon an dieser Stelle zu stark oder gar totkomprimieren. Dafür sind große Festplatten einfach zu günstig. Zwinkernd

Da oft auch das Audioformat vorgewählt werden kann, orientiert man sich am besten an den Gemeinsamkeiten der DV- und DVD-Standards. So bietet sich das WAV-Format mit einer Samplingrate von 48 kHz an, weil man damit einerseits in DV-Projekten arbeiten kann (48 kHz = 16 Bit-Einstellung beim DV-Camcorder) und weil andererseits der Ton später genau so auf DVD gebrannt wird (ggf. mit Audiokompression). Mit dieser Einstellung beim Digitalisieren muss man die Samplingrate auf dem Weg durch die Nachbearbeitung zur DVD also nicht mehr unnötig und ggf. verlustbehaftet umrechnen.

Übrigens: Wer einen Videograbber mit Hardware-Kompressor einsetzt, sollte direkt das vom Grabber erzeugte Format (Video und Audio) capturen. Mit geeigneter Software kann man das angelieferte Kompressionsformat zwar auch dekomprimieren, bevor die Daten in eine Datei gespeichert werden, aber das ist genauso verlustbehaftet wie das Echtzeit-Komprimieren eines DV-Datenstroms in ein höherkomprimiertes Format. Die Qualitätsverluste wären in beiden Fällen größer als bei einer nachträglichen Umwandlung, u.a. weil der Computer die De-/Kompression zwingend in Echtzeit durchführen muss. Zugunsten der Rendergeschwindigkeit wird dabei ggf. die Qualitätsstufe abgesenkt.


4.c. Nachträgliche Korrektur

Wenn das Videosignal ein oder mehrere Geräte zur Optimierung durchläuft, während das Audiosignal den direkten Weg nimmt, wird es gegenüber dem Ton verzögert. Dieser (wenn auch geringe) zeitliche Versatz von Bild und Ton lässt sich verlustfrei nachträglich in der gespeicherten Videodatei korrigieren. Erfahrungsgemäß verzögert der TBC-Enhancer das Videosignal um etwa ein Frame. Wirklich auffällig ist das für die meisten Betrachter nicht, doch wenn man die Möglichkeit hat, dieses Detail anzupassen, kann man das natürlich auch tun. Die Längsspuren verschiedener Videoformate können von Hause aus auch eine größere Abweichung zum Bildsignal haben (allem voran Video 2000), was sich anhand einer Bild-/Ton-Referenz (z.B. im Bild sichtbare Person klatscht einmal in die Hände) leicht herausfinden und ebenfalls angleichen lässt. Doch Vorsicht mit Gleichlaufschwankungen, sonst korrigiert man eine bestimmte Stelle und macht dadurch alles davor und danach schlimmer! Zum Speichern der veränderten Videodatei aus einem Videoschnittprogramm wählt man am besten Smartrendern, so dass das Bild nicht neu komprimiert wird. Das geht nicht nur schneller, sondern vermeidet auch eine komplette Neuberechnung.

(Diese Nachricht wurde am 13.07.11 um 20:12 von MarkusB. geändert.)
 

Herzliche Grüße
Markus
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Antwort #5 - 10.12.2009 um 20:41:00

MarkusB.   Offline
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5. Mögliche Fehler und Probleme


...
Mit Adaptern kann man allerlei unsinnige Verbindungen herstellen, wie die obige Abbildung verdeutlicht. Nachfolgend ein gängiger, zu diesem Thema passender Fehler aus dem Videoalltag:


Problem 1: Das Videobild vom VHS-Recorder ist nur schwarzweiß.

Ursache: Composite-Signal von SCART auf Hosiden (S-Video) adaptiert.

Abhilfe: Das S-Video-Kabel entfernen und statt dessen ein Composite-Kabel am Cinch-Anschluss des SCART-Adapters verwenden.

Hintergrund: Ein VHS-Recorder gibt am SCART-Anschluss kein S-Video-Signal aus. Setzt man nun einen SCART-Adapter ein, wird das Composite-Signal vollständig auf die Y-Ader des S-Video-Kabels geführt, wo es vom Empfänger als reine Helligkeitsinformation interpretiert wird. Also Folge davon erscheint das Bild schwarzweiß. Mehr noch: Dadurch dass die aufmodulierte Farbinformation auch noch dabei ist, sieht man zusätzlich eine musterartige Störung (Dot crawl in seiner reinsten Form).


Problem 2: Es kommt kein Bild/Ton vom Videorecorder beim A/D-Wandler an.

Ursache: Adapter mit der Signalrichtung „Cinch -> SCART“ verwendet.

Abhilfe: Einen Adapter mit umgekehrter Signalrichtung (also „SCART -> Cinch“) verwenden oder - noch besser - einen umschaltbaren SCART-Cinch-Adapter einsetzen.

Hintergrund: Der SCART-Anschluss funktioniert prinzipiell bidirektional, d.h. es können gleichzeitig Signale abgegeben und auch empfangen werden. Bei einem SCART-Cinch-Adapter kann man jedoch nicht die Ein- und Ausgänge des SCART-Anschlusses gleichzeitig auf die Cinch-Buchsen legen, weil man sonst die Signalwege an der SCART-Buchse kurzschließen würde. Aus diesem Grund beherrscht ein SCART-Cinch-Adapter immer nur eine Signalrichtung: „Cinch -> SCART“ (so ein Adapter liegt oft Camcordern bei, um sie mit dem Fernseher zu verbinden) oder „SCART -> Cinch“ (so ein Adapter wird u.a. bei der Videodigitalisierung benötigt). Es gibt auch umschaltbare SCART-Cinch-Adapter, die sich in so einem Fall am besten eignen, weil eine der beiden Schalterstellungen in jedem Fall funktioniert.


Weitere Kurzinformationen dieser Art in Arbeit (können auch gerne von anderen Usern hinzugefügt werden)...

(Diese Nachricht wurde am 18.12.09 um 18:16 von MarkusB. geändert.)
 

Herzliche Grüße
Markus
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Antwort #6 - 12.12.2009 um 21:36:00

JMS-Productions   Offline
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Wow, Sehr Gut Markus, genau sowas habe ich gesucht!! Vielen Dank! (Ich hoffe, man darf hierauf antworten, ansonsten einfach meinen Beitrag löschen)

PS: Ich glaube dein Link in 4a) ist etwas daneben gegangen Smiley
(Diese Nachricht wurde am 12.12.09 um 22:03 von JMS-Productions geändert.)
 

Liebe Grüße,&&JMS Productions
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Antwort #7 - 13.12.2009 um 20:48:00

MarkusB.   Offline
Videoforum Moderator

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Zitat:
Ich hoffe, man darf hierauf antworten...

Ja, unbedingt. Wer z.B. etwas beisteuern möchte, kann das gerne tun. Ich werde dann die obige Aufstellung entsprechend ergänzen, so dass Interessenten nicht lange nach diesen Infos suchen müssen.

Zitat:
PS: Ich glaube dein Link in 4a) ist etwas daneben gegangen

Das kommt davon, wenn man Texte in Word vorformuliert und dabei u.a. Hyperlinks einfügt. Word gleicht in der Standardeinstellung fehlende bzw. überzählige Leerzeichen aus, wodurch die url-Anweisung unbrauchbar wurde. - Ist schon korrigiert. Smiley

 

Herzliche Grüße
Markus
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Antwort #8 - 14.12.2009 um 10:37:00

JMS-Productions   Offline
Videoforum Mitglied

Beiträge: 79
***
 
Also, hier habe ich schon etwas gefunden, womit man diesen Beitrag anreichern könnte:

Einen ausführlichen Internetlink mit Tipps und Tricks zur Verwendung des Canopus ADVC-300.

Tipps und Tricks zur Verwendung des Canopus ADVC-300

Mir hat er sehr geholfen Zwinkernd
(Diese Nachricht wurde am 14.12.09 um 10:38 von JMS-Productions geändert.)
 

Liebe Grüße,&&JMS Productions
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Antwort #9 - 15.12.2009 um 21:46:00

MarkusB.   Offline
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Der verlinkte Artikel ist ganz interessant, aber mir sträubten sich schon im ersten Drittel mehrfach die Nackenhaare.

Vor allem die wiederkehrende Warnung, "manche Kassetten können wirklich nur noch ein einziges Mal abgespielt werden, bevor sie den Geist aufgeben" fand ich verwunderlich. Warum hatte der Verfasser dieses Artikels seine Videobänder auch im (feuchten?!) Keller gelagert? Zumindest hätte ich sonst keine Erklärung für die dort beschriebenen Erfahrungen. - Sicher, manche Kassetten haben mechanische Probleme, die sich zu ernsthaften Schäden ausweiten können, aber wenn man so etwas rechtzeitig erkennt und repariert, bevor es zu Folgeproblemen kommt, dann sind Magnetbandaufnahmen wirklich eine tolle Sache. - Ausnahme: So manches Hi8 ME-Band. Zwinkernd

(Diese Nachricht wurde am 15.12.09 um 21:47 von MarkusB. geändert.)
 

Herzliche Grüße
Markus
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Antwort #10 - 15.12.2009 um 23:26:00
Frank1   Ex-Mitglied

 
Zitat:
"manche Kassetten können wirklich nur noch ein einziges Mal abgespielt werden, bevor sie den Geist aufgeben"


Dies ist bestimmt auf feucht gelagerte "angeschimmelte" oder sich zersetzende Bänder bezogen. Jedoch habe ich auch die Erfahrung gemacht, dass die heutigen VHS_Bänder auch nich mehr ganz das sind, was sie vor 20 Jahren mal waren: So kann man Aufnahmen von vor über 20 JAhren auch nach vielfachen Abspielen auch heute noch so gut wie ohne sichtbare Verluste abspielen, wohingegen manche "frische" Aufnahme von heute nur noch ca. 7 mal abgespielt werden kann, bis sich die ersten Anzeichen von Störungen bemerkbar machen. Die Störungen zeigen sich als allererstes durch einen oder mehreren waagerechten Streifen im Bild, an dem die Farbe verschwindet (bei einer ebenen roten Fläche als dunkelroter oder gräulicher Streifen sichtbar). Wenn die Störung zunimmt mit noch mehrmaligem Abspielen gesellen sich zu diesem Farbausfallstreifen auch leichtes Grieseln und Drop-Outs hinzu. Entweder liegt diese Kurzlebigkeit der Aufnahmen einfach nur am Band oder es liegt an der Konstruktion der Videoköpfe, die bei modernen Geräten ja wesentlich dünner sind als bei den Alten. Somit ist auch der Aufnahme- und Wiedergabepegel entsprechend schwächer, was sich dann auf die Qualität auswirkt.
(Diese Nachricht wurde am 15.12.09 um 23:28 von Frank1 geändert.)
 
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Antwort #11 - 16.12.2009 um 21:35:00

MarkusB.   Offline
Videoforum Moderator

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Zitat:
Jedoch habe ich auch die Erfahrung gemacht, dass die heutigen VHS_Bänder auch nich mehr ganz das sind, was sie vor 20 Jahren mal waren: ...

Der Preisverfall war schneller als die technische Entwicklung, wodurch VHS-Bänder in doppelter Hinsicht immer billiger wurden. Dazu kommt, dass nicht jeder Anwender zu hochwertigen Markenkassetten gegriffen hat, sondern z.T. auch der Ausschuss (sog. Nonames-Ware) gekauft wurde. So etwas sieht man bestehenden Aufnahmen wirklich an! Vor allem die Dropout-Rate ist bei Nonames-Kassetten extrem hoch und man sieht oft auch zahlreiche Unebenheiten auf dem Band. Die armen Video- und HiFi-Köpfe!

Als sich die VHS-Ära dem Ende neigte, verkamen die Recorder (für teils 30 € das Stück!) zu unterirdischer Billigqualität. Dass dafür keine hochwertigen Magnetbänder mehr angeboten wurden, ist verständlich ("Kaufen Sie drei hochwertige VHS-Bänder und Sie bekommen einen VHS-Recorder gratis dazu" - oder wie?! Zwinkernd ). - Aber dieses Problem hat man bei älteren Aufnahmen zum Glück nicht. Da waren die Kassetten noch für den Atomkrieg gerüstet (superstabile Gehäuse). Laut lachend

Zitat:
...wohingegen manche "frische" Aufnahme von heute nur noch ca. 7 mal abgespielt werden kann, bis sich die ersten Anzeichen von Störungen bemerkbar machen.

Kann es sein, dass dieser Erfahrungswert deshalb nur bei neueren Aufnahmen zustande kam, weil Du die älteren nicht so oft wiedergibst? - Die Bandlaufwerke wurden nämlich dahingehend "weiterentwickelt", dass die Spulzeiten nicht mehr so lang waren ("High Speed Rewind") und man auch schneller vom Spulen zur Wiedergabe wechseln konnte ("Quick Start"). Was die meisten Anwender als Vorteil wahrnahmen, brachte einen ungleich höheren Verschleiß an Maschine und Material mit sich.

So wird i.d.R. in voll eingefädeltem Zustand mit einer atemberaubenden Geschwindigkeit gespult (vor allem auch mit entsprechender Beschleunigung angefahren), was weder den Köpfen (inkl. den feststehenden) noch dem Band sonderlich gut tut. Darüber hinaus wurden Motoren eingespart, wo es nur ging, wodurch immer nur eine Mechanik (z.B. Bandspule) gleichzeitig bewegt werden kann. Reagiert die Mechanik nicht schnell genug, kommt es ruck-zuck zu Bandsalat. Manch ein moderner Recorder ist bei jedem Wechsel der Laufrichtung kurz davor, das Band zu verlieren (es läuft einen Moment lang unkontrolliert ins Laufwerk, damit die Wiedergabe schon stattfindet, während die Zahnrad-Mechanik die Motorkraft noch auf den anderen Spulenantrieb wechselt und dann flugs das überschüssige Band einzieht, bevor sich die Ansammlung verheddert).

Da lobe ich mir Recorder, die das Band beim Spulen soweit möglich ausfädeln, und sich darüber hinaus auch genügend Zeit lassen, damit es gar nicht erst zu solchen Grenzsituationen kommt.

(Diese Nachricht wurde am 17.12.09 um 21:22 von MarkusB. geändert.)
 

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Markus
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Antwort #12 - 16.12.2009 um 21:52:00

JMS-Productions   Offline
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Zitat:
Da lobe ich mir Recorder, die das Band beim Spulen soweit möglich ausfädeln, und sich darüber hinaus auch genügend Zeit lassen, damit es gar nicht erst zu solchen Grenzsituationen kommt.


Und welche Rekorder wären denn beispielsweise die zu Lob preisenden?
 

Liebe Grüße,&&JMS Productions
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Antwort #13 - 16.12.2009 um 22:15:00

MarkusB.   Offline
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Zitat:
Und welche Rekorder wären denn beispielsweise die zu Lob preisenden?

Das sind zumeist ältere Oberklasse-Recorder wie z.B. der Panasonic NV-FS200EG (kurz FS200) oder im professionellen Bereich z.B. der AG-5700. Beide Geräte haben ein vergleichbares Laufwerk, in dem das Band zum Spulen von der Kopftrommel weggenommen, aber dennoch am feststehenden CTL-Kopf vorbeigeführt wird (andernfalls wäre keine Zählwerkanzeige möglich).

Ob sich einer dieser Recorder zum Digitalisieren bestehender Aufnahmen eignet, muss man im Bedarfsfall ausprobieren; vor allem wenn man ein gebrauchtes Gerät erwirbt, dessen Zustand unbekannt ist. Die FS200er waren mal eine zeitlang sehr gefragt bei eBay, aber das ist inzwischen Jahre her.

 

Herzliche Grüße
Markus
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Antwort #14 - 16.12.2009 um 23:41:00
Frank1   Ex-Mitglied

 
Zitat:
Zitat von MarkusB:
Kann es sein, dass dieser Erfahrungswert deshalb nur bei neueren Aufnahmen zustande kam, weil Du die älteren nicht so oft wiedergibst? - Die Bandlaufwerke wurden nämlich dahingehend "weiterentwickelt",...

Die älteren Aufnahmen werden heute so gut wie gar nicht mehr abgespielt, nur wenn es sein muss zum Überspielen oder Kontrollieren. Aber diese alten Aufnahmen wurden von mir als Kind sehr häufig angesehen. Vielleicht war es ja auch nicht so häufig, wie es mir vorkommt, da ich damals noch klein war Zwinkernd Aber auch meine "frischen" Aufnahmen wurden vielleicht in all den Jahren nur ca. 1 - max. 4 mal abgespielt, und ich verwendete meist (Super)High Grade Marken-Kassetten von SONY, TDK, Panasonic oder EMTEC/BASF. Mir ist diese Streifenstörung auch noch bei keiner TV-Aufnahme passier, aber ich habe es mal mit einer Testaufnahme getestet, um die Stabilität des Bandes zu prüfen; da ist mir das aufgefallen. Ich verwende leider meist Fullload-Recorder (Panasonic) zum Abspielen, da ich die alten VCRs ungern dafür nutze. Meine zwei Alten, der eine VCR von Grundig aus dem Jahre 1992 und ein Fisher Toploader von 1983 (Ja, der funktioniert noch Smiley) sind beides Half-Loader, so dass das Band beim Spulen NICHT um den Kopf gewickelt wird. Nach dem Überspielen meiner TV-Schätze stecke ich die Kassetten oftmals nach "Play" in den alten Grundig, um diese darin zurückzuspulen. Geht zwar langsamer, aber dafür wird dies in Halfload gemacht, was dem Band zugute kommt.
Ich weiss ja nicht, ob was dran ist: Je länger die Kassetten gelagert haben, desto "haltbarer" sind auch die Daten darauf, da der anfangs eher oberflächliche Magnetismus auf dem Band mit den Jahren / Jahrzehnten sich auch langsam in die Tiefe der Magnetschicht magnetisiert (ähnlich dem Kopiereffekt auf der Spule beim Nichtumspulen des Bandes nach langen Jahren, denn es magnetisiert ja sicherlich nicht nur nach aussen hin, sondern ebenso auch ins Band hinein). Und je tiefer das Band magnetisiert ist, desto mehr Reserven stehen für jedes Abspielen zur Verfügung, sodass sich Störungen durch Abschwächung erst später bemerkbar machen.
Ob's wirklich so ist, kann ich aber leider nicht sagen...
(Diese Nachricht wurde am 16.12.09 um 23:54 von Frank1 geändert.)
 
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