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Camcorder/Recorder an PC anschließen, Aufnahmen capturen und editieren (Gelesen: 75.212 mal)
16.06.2005 um 16:00:00

MarkusB.   Offline
Videoforum Moderator

Beiträge: 5.041
*****
 
Letzte Überarbeitung: 15.05.2012



Hallo zusammen,

es tauchen immer wieder ähnliche Frage auf, z.B. wie analoge oder digitale Videoaufnahmen auf den Rechner gespielt werden können und warum dies nicht (oder nur in schlechter Qualität) möglich ist, wenn ein DV-Camcorder per USB oder ein analoger mittels billigem Videograbber angeschlossen ist. Diesen Beitrag möchte ich nutzen, um ihn in Zukunft zu verlinken und so eine Art Wissenssammlung zur Verfügung zu stellen.

Diese Anleitung bezieht sich bei digitalen Camcordern übrigens nur auf MiniDV-, DV-, DVCAM- und Digital8-Geräte (Standard Definition). Die Aufnahmen von MicroMV-, DVD-, Festplatten- und SD-Speicherkarten-Camcordern nachzubearbeiten ist nur mit Einschränkungen möglich und wird hier nicht beschrieben (nur soviel noch: Falls alles nichts hilft, kann man solche Aufnahmen immer noch analog übertragen, digitalisieren und dann wie ganz normales DV nachbearbeiten - siehe auch Von DVD-Camcorder auf PC überspielen).

Wer das hier schon durch hat und noch tiefer in die Materie einsteigen möchte, dem sei der Beitrag Tipps und Tricks zur Videodigitalisierung nähergelegt. Dort geht es ausführlich um technische Grundlagen und praktische Erfahrungen.


Dieser Beitrag enthält Erläuterungen zu folgenden Themen:


 1.  (a) Übersicht: Anschluss eines Camcorders bzw. Videorecorders
      (b) Firewire oder USB?
      (c) Digitalisieren mittels Grafikkarte, TV-Karte oder Videograbber
 2.  Wenn ein PC oder Notebook keine Firewire-Schnittstelle hat
 3.  Wenn der Zuspieler analog ist
 4.  Sonderfall Video8 / Hi8
 5.  Firewire kann 4-, 6- und 9-polig sein
 6.  (a) Qualität des Firewire-Kabels
      (b) ESD - ein spannendes Thema
 7.  Wie kommen die Aufnahmen vom Band auf den Rechner?
 8.  Womit werden die Aufnahmen editiert und z.B. auf DVD gebrannt?
 9.  Wenn der Camcorder vom PC nicht richtig erkannt wird



==============================


1. (a) Übersicht: Anschluss eines Camcorders bzw. Videorecorders


Der Anschluss eines digitalen Camcorders/Recorders sieht so aus:
Camcorder -> Firewire-Kabel -> Rechner

Der Anschluss eines analogen Camcorders/Recorders sieht so aus:
Camcorder -> Cinch- bzw. Y/C-Kabel -> A/D-Wandler -> Firewire-Kabel -> Rechner

Als Capturen bezeichnet man die Übertragung und Speicherung von Videoaufnahmen auf einen Computer.

...
Anschluss eines DV-Camcorders an einen Rechner zur Übertragung von Videoaufnahmen



1. (b) Firewire oder USB?


Noch einmal zur Erinnerung: Es geht um digitale Videobandformate (z.B. MiniDV), nicht um dateibasierte Formate (z.B. SD-Karte). Bei Videobandformaten ist Firewire (= IEEE 1394 = iLink = DV) seit jeher die Standard-Schnittstelle zur Übertragung digitaler Video- und Audiodaten im professionellen wie auch im Consumerbereich. Der wahrscheinlich größte Vorteil von Firewire ist der OHCI-Universaltreiber, der echtes Plug&Play ermöglicht. Darüber hinaus wird das Einlesen von Digitalvideo über die Firewire-Schnittstelle ausnahmslos von jeder Videoschnittsoftware unterstützt. Im Explorer von Windows XP wird ein DV-Camcorder unter Bildbearbeitungsgeräte als "AVC-konformes DV-Tonbandgerät" oder mit der jeweiligen Hersteller- oder Modellbezeichnung angezeigt. Die Installation irgendwelcher Treiber ist nicht erforderlich. Auch braucht man keine Installations-CDs irgendwelcher Camcorder.

(Highspeed-) USB wird zwar überall als digitale Allround-Schnittstelle vermarktet, doch bei der Übertragung digitaler Videobandaufnahmen hat USB in aller Regel keine Bedeutung. Um digitale Videodaten von einem Camcorder dennoch via USB übertragen zu können, müssen die Daten "verpackt" werden (sog. USB-Tunneling-Verfahren), was unnötigerweise den Prozessor belastet. Darüber hinaus verlangt jedes angeschlossene Gerät nach (s)einem speziellen Treiber, das USB-Capturing unterstützen nur sehr sehr sehr wenige Programme und die mit Abstand meisten Camcorder geben über USB nur ein Videobild mit verringerter Auflösung aus. Capturet man also über USB, erleidet das Videobild in der Regel einen Qualitätsverlust.

Warum haben DV-Camcorder dann überhaupt einen USB-Anschluss? - Nun, darüber werden Digitalfotos von der Speicherkarte übertragen. Auch lassen sich manche Camcorder als Webcam verwenden, aber das wars dann auch schon. Warum Camcordern dennoch ein USB- und kein Firewirekabel beigelegt wird, ist für Profis absolut unverständlich. Das schürt nämlich die Annahme, Videoaufnahmen ließen sich in jedem Fall per USB übertragen.

Interessanterweise wird Firewire von Neulingen häufig mit großem Misstrauen begegnet. Zumeist begründet sich diese Abneigung dadurch, dass ja sonst auch alles mit USB funktioniert und Firewire schlichtweg unbekannt ist. Hierzu sei gesagt, dass es in diesem Fall keine Alternative gibt und man sich das Leben nur unnötig schwer macht, wenn man Firewire partout nicht verwenden will. Die meisten Camcorder haben nämlich nur eine USB 1.1-Schnittstelle und damit reicht die Datenrate nicht aus, um DV-Aufnahmen mit ihren 25 MBit/s verlustfrei zu übertragen.

Es gibt derzeit auch keinen funktionierenden Firewire-USB-Adapter, da es sich um zwei verschiedene Übertragungsprotokolle handelt, deren Umsetzung einer Elektronik bedarf. Der 120 US-$ teure USB to FireWire DV Adapter hatte die nötige Funktionalität, doch spätestens beim Preisvergleich (USB-Adapter vs. Firewire-Einbaukarte) war diese Anschaffung keine Überlegung mehr Wert. Von den übrigen Nachteilen ganz abgesehen. - Weiterhin gibt es Firewire-USB-Adapter einfachster Bauart, die für wenig Geld u.a. bei eBay angeboten werden. Letztere funktionieren nicht (können sie technisch auch nicht, da die elektronische Umsetzung fehlt), aber die Kaufpreise sind offenbar zu gering, als dass sie jemand reklamieren würden.


1. (c) Digitalisieren mittels Grafikkarte, TV-Karte oder Videograbber


Diese Anleitung geht von einer ernsthaften Videoanwendung aus und richtet sich an jene, denen die Zuverlässigkeit, Anwenderfreundlichkeit und nicht zuletzt auch die erzielbare Digitalisierungsqualität nicht egal ist. Es soll um Digitalisierungswege gehen, die in jeder Rechnerkonfiguration gleich gut funktionieren, ohne dass der Anwender viel falsch machen kann oder die Hardware des bestehenden Computers einen Einfluss auf die Güte der Digitalisierung hat. Billige Videograbber werden also genauso wenig thematisiert wie irgendwelche TV- oder Grafikkarten, mit denen man Glück haben kann oder - wie in den meisten Fällen - auch nicht.

Wenn ein PC über eine TV-Karte oder/und eine Grafikkarte mit Videoeingang verfügt, ist die Verlockung oft groß, diese Schnittstellen zum Digitalisieren analoger Videoaufnahmen zu nutzen. Doch man sollte nicht vergessen, dass TV-Karten "Fernsehen-am-Computer-Karten" sind und wer sich Fernsehsendungen aufzeichnet, möchte nicht mit wenigen Aufnahmen gleich die ganze Festplatte voll machen. Das hat jedoch zur Folge, dass TV-Karten in der Regel nur stark komprimierte Dateiformate unterstützen und u.U. nicht einmal die Standards für digitales Video erfüllen (Soll/PAL: 720×576 Pixel, 25 fps in Form von 50 Halbbildern). Beim Videoschnitt treten dann oft weitere Probleme und Qualitätsverluste durch unnötige und ggf. zeitraubende Formatwandlungen auf.

Ein weiteres Manko beim Digitalisieren über TV- und Grafikkarten ist die mangelnde Synchronität von Bild und Ton. Beide Signale (Audio/Video) laufen unterschiedliche Wege im Rechner: Das Videosignal über die TV-/Grafikkarte und das Audiosignal über die Soundkarte (ggf. durch die TV-/Grafikkarte zur Soundkarte weitergeschleift, wenn dort Audioanschlüsse vorhanden sind). Beide Karten digitalisieren das ankommende Signal unabhängig voneinander und mit unterschiedlicher Zeitbasis. Als Folge davon driften Bild und Ton in der gespeicherten Datei oft auseinander, d.h. nach einiger Zeit läuft der Ton dem Bild hinterher oder umgekehrt. Verfügt ein PC über Frontanschlüsse für analoge Video- und Audiosignale, dann sind diese im Inneren des Gehäuses meist mit der Grafik- und Soundkarte verbunden. Auch bei Videograbbern wird die schlechte Bild-/Tonsynchronität oft bemängelt, was vermutlich mit der einfachen Bauweise solcher Spielzeuge zusammenhängt.

Nichtsdestotrotz ist es ratsam, die bestehenden Möglichkeiten zunächst einmal auszuprobieren. Man kann schließlich auch Glück haben oder das Ergebnis ist für die gedachte Anwendung ausreichend. Und sollte das nicht der Fall sein, wird man die Leistungsfähigkeit der nachfolgend beschriebenen Lösung viel eher zu schätzen wissen. Zwinkernd

Analoge Videoaufnahmen zwecks Weiterbearbeitung auf den PC zu bringen ist ganz einfach, jedoch sind dafür zwei Hilfsmittel erforderlich: Neben einem funktionierenden Wiedergabegerät für das betreffende Videoformat bedarf es eines Bindesglieds zwischen dem analogen Videogerät und dem digitalen Computer. Ein Analog-Digital-Wandler (teils auch DV-Wandler genannt) ist so ein Bindeglied. Der A/D-Wandler erzeugt das digitale Standardformat DV und gibt den Datenstrom über die DV-Schnittstelle (Firewire) an den Computer weiter. Damit ist gewährleistet, dass man einerseits eine optimale Qualität erzielen kann und andererseits keine Treiber oder bestimmte Software für die Nachbearbeitung der erzeugten Videodateien benötigt. Zum Vergleich: Ein USB-Grabber bekommt u.U. Probleme, wenn man das Betriebssystem aktualisiert oder später mal am Mac arbeiten möchte. Treiber werden nicht ewig gepflegt und das Fehlen eines solchen bedeutet häufig das Aus für die zugehörige Hardware.

Empfehlenswerte Wandler habe ich in Abschnitt 3 (Wenn der Zuspieler analog ist) aufgeführt. Dort sind auch noch weitere Möglichkeiten zum Digitalisieren verlinkt.


2. (a) Wenn ein PC keine Firewire-Schnittstelle hat


...so lässt sich diese leicht nachrüsten. Der Preis für eine einfache PCI-Steckkarte ist mit rund 12 € sehr günstig. Ist der Kaufpreis etwas höher, hat die Karte vielleicht Anschlüsse für 6- und 4-polige Kabel. Ist der Kaufpreis noch höher, dann ist womöglich ein billiges Firewirekabel enthalten (siehe auch Abschnitt 6a). Ein besseres Kabel kostet wiederum ein paar Euro mehr. Bei ganzen DV-Sets ab ca. 25 € ist sogar ein kleines Videoschnittprogramm dabei.

Firewirekarten sind gängig in den Ausführungen IEEE 1394a (= Firewire-400) und IEEE 1394b (= Firewire-800). Eine Firewire-400-Karte genügt, um einen Camcorder oder A/D-Wandler anzuschließen. Für Firewire-800 gibt es passende Adapterkabel, so dass auch darüber Aufnahmen eingelesen werden können.

...
PCI-Steckkarte mit 4- und 6-poligen Anschlüssen und hochwertigem Kabel (Firewire-400).
Zum Vergleich eine Firewire-800-Karte (<- Link anklicken!) mit 9-poligen Anschlüssen.



2. (b) Wenn ein Laptop/Notebook keine Firewire-Schnittstelle hat


...so lässt sich diese über eine PCMCIA- oder Express-Karte leicht nachrüsten. Diese Erweiterungen kosten mehr als PCI-Karten für stationäre PCs und benötigen unter Umständen auch eine eigene Stromversorgung. Besitzt ein Notebook keinen Firewire-Anschluss und ist auch keine Schnittstelle für Erweiterungen vorhanden, dann eignet sich dieser Computer nicht zum Capturen und/oder Digitalisieren von Videoaufnahmen. Auf so etwas muss man vielmehr beim Kauf achten. - Ein möglicher Workaround könnte sein, Videoaufnahmen an einem anderen Computer, der über die erforderlichen Anschlüssen verfügt, zu capturen bzw. zu digitalisieren, diese auf eine externe Festplatte zu speichern und dann am Notebook nachzubearbeiten.

...
Firewire-PCMCIA-Karte



3. Wenn der Zuspieler analog ist


...so wird zusätzlich ein A/D-Wandler benötigt. Empfehlenswerte, externe A/D-Wandler sind z.B. der Canopus ADVC-55, ADVC-110 und ADVC-300 (je nach gewünschtem Funktionsumfang). Alle genannten Wandler verarbeiten analoge Video- und Audiosignale und geben sie als DV-Daten über Firewire an den Rechner weiter. Die Installation irgendwelcher Treiber ist dafür nicht erforderlich. Auch manche digitalen Camcorder verfügen über eine solche Wandlerfunktion. Näheres dazu steht in der Bedienungsanleitung des jeweiligen Camcorders.

Nachfolgend einige Digitalisierungsmöglichkeiten im Überblick, die bis auf Punkt 3 auch auf andere Videosysteme zutreffen. Entscheidend für die jeweils günstigste Option ist neben der Anzahl und Laufzeit der zu digitalisierenden Videobänder auch die Regelmäßigkeit dieser Anwendung und vor allem auch das Vorhandensein eines funktionierenden Wiedergabegeräts: Sechs Möglichkeiten, Video8/Hi8 zu digitalisieren.

Und hier noch eine Übersicht für andere (als DV) Digitalisierungshardware:
Übersicht Videowandler

...   ...
Links: A/D-Wandler Canopus ADVC-55   Rechts: Canopus ADVC-300


Nicht vergessen werden sollte darüber hinaus, dass der Zuspieler (auch) einen maßgeblichen Einfluss auf das Ergebnis einer Digitalisierung hat, denn z.B. Bildrauschen, das bei der Wiedergabe gar nicht erst entsteht, muss später nicht aufwändig und verlustbehaftet herausgefiltert werden. Analoge Wiedergabegeräte sterben nach und nach aus, wodurch die Sache zunehmend problematisch wird. Vorhandene Videogeräte sind oft nie gewartet und gereinigt worden, was ebenfalls nachteilig für die Wiedergabe- und damit auch für die Digitalisierungsqualität ist. Wer die Möglichkeit hat, sollte alle ihm zur Verfügung stehenden Wiedergabegeräte ausprobieren und denjenigen Recorder einsetzen, der bei den gegebenen Aufnahmen die beste Qualität liefert.

Weitere Infos:
Tipps und Tricks zur Videodigitalisierung


4. Sonderfall Video8 / Hi8


Digital8-Camcorder haben einen DV-Anschluss und können, je nach Modell, analoge Video8- und Hi8-Aufnahmen abspielen und digital ausgeben. Anfangs verfügten noch alle D8-Camcorder über eine Playback-Funktion für analoge Aufnahmen, doch in der letzten Serie war nur noch ein einziges Modell dazu in der Lage (die Sony DCR-TRV480E). Inzwischen ist die D8-Reihe gänzlich eingestellt worden, d.h. man kann nur noch gebrauchte Camcorder kaufen. - Wenn der digitale Camcorder die analogen Bänder wiedergibt, dann kann die Qualität (oft, aber nicht immer) subjektiv besser sein als bei der Wiedergabe mit einem Video8- bzw. Hi8-Camcorder (insbesondere die Anzahl und Stärke der Drop-Outs betreffend und dies besonders bei Hi8 ME-Bändern).

Bei einem objektiven Vergleich mit guten analogen Recordern schneiden D8-Wiedergabegeräte schlechter ab, da sie, wie bei vielen Consumergeräten üblich, das Helligkeitssignal übersteuern, wodurch bei der internen Digitalisierung die Zeichnung in hellen Bildbereichen verloren geht. Man sieht das u.a. an weißen Wolken an strahlend blauem Himmel, die ihre Plastizität verlieren und dann flächig-weiß erscheinen.

Gleicher Querverweis wie im letzten Abschnitt:
Sechs Möglichkeiten, Video8/Hi8 zu digitalisieren


5. Firewire kann 4-, 6- und sogar 9-polig sein


Firewire-400: 4- und 6-poliger Anschluss
Firewire-800: 9-poliger Anschluss

Bei Firewire-400 stellt der 6-polige Anschluss zusätzlich eine Versorgungsspannung zur Verfügung, welche zur Übertragung von Videoaufnahmen vom Camcorder auf den Rechner jedoch nicht benötigt wird. Die meisten Camcorder haben daher (und aus Platzgründen) nur einen 4-poligen Anschluss. Für die Verbindung mit dem Computer wird dann nur ein passendes Kabel benötigt, das auf der einen Seite in den Camcorder und auf der anderen Seite in den PC passt.

...   ...
Firewire-Stecker: Links 4- und 6-polig, rechts 9-polig



6. (a) Qualität des Firewire-Kabels


Hinsichtlich des Kabels selbst gibt es bei kurzen Übertragungswegen keinen nennenswerten Unterschied. Anders sieht es bei der Passgenauigkeit der Stecker aus: Gute Kabel haben Stecker mit geringen Maßtoleranzen, während billige Stecker leicht zu Wackelkontakten neigen und man im schlimmsten Fall sogar die DV-Buchse des Camcorders mechanisch beschädigen kann. Dies ist natürlich auch abhängig vom Fingerspitzengefühl des Anwenders, denn der kleine, 4-polige Stecker hat einem Grobmotoriker nichts entgegenzusetzen. Zwinkernd

Querverweise:
Drei Kategorien Firewirekabel (und nachfolgende Postings)
3. Firewirekabel minderwertig oder defekt


6. (b) ESD - ein spannendes Thema


Elektronische Geräte sind empfindlich gegenüber elektrostatischer Aufladung. Wer mit Socken über den Wohnzimmerteppich schlurft und dann den Camcorder an den PC anschließt, kann beim Entladen der elektrostatischen Aufladung sowohl den PC als auch den Camcorder beschädigen! Weitere Infos: Empfindliche DV-Schnittstelle.


7. Wie kommen die Aufnahmen vom Band auf den Rechner?


Das Überspielen (Capturen) von Videoaufnahmen geschieht mittels Videoschnittsoftware (siehe Punkt 8 ) oder Capture-Tool. Dabei können die Daten unverändert (nativ) als DV-AVI übernommen werden oder während des Einspielens gleich in ein bestimmtes Format umgewandelt werden. Dies geschieht in Echtzeit, d.h. das Capturen dauert genau so lange, wie der Videofilm läuft.

Zur Bearbeitung der Aufnahmen (Videoschnitt) ist das DV-AVI-Format erste Wahl. Im einfachsten Fall kann man mit dem Windows Movie Maker, welcher standardmäßig bei Windows XP dabei ist, die Aufnahmen capturen und editieren. Einstellung: "Weitere...", DV-AVI (25 Mbit/s), 720×576 Bildpunkte, 25 Frames pro Sekunde (Screenshot der Einstellungen - je nach WMM-Version unterschiedlich). Es werden ca. 13 GB Speicherplatz pro Stunde Videofilm benötigt. Capture-Tools sind z.B. WinDV (kostenlos, keine Installation erforderlich) und ScenalyzerLive (kostenfreie Testversion, ansonsten kostenpflichtig).

Vielleicht noch eine Anmerkung am Rande: Manch ein Camcorderbesitzer meint vielleicht, da auf seinem Gerät ja 1,2 Megapixel steht, müsste auch das Videobild diese Auflösung liefern. Dem ist jedoch nicht so. Ein DV-Camcorder schreibt immer nur (720×576 = ) 414.720 Pixel, also rund 0,4 Megapixel aufs Band. So ist DV spezifiziert und das entspricht auch dem, was man (ohne speziellen HD-Empfang) täglich im Fernsehen sieht. Die zusätzlichen Sensorpunkte auf dem Bildwandler werden vorrangig für Digitalfotos und zur digitalen Bildstabilisierung verwendet.


8. Womit werden die Aufnahmen editiert und z.B. auf DVD gebrannt?


Es gibt inzwischen eine ganze Reihe preiswerter Einsteigerprogramme, mit denen das Capturen, Editieren und Ausgeben der Videoaufnahmen ohne lange (technische) Einarbeitung möglich ist. Beispiele für solche Videoschnittprogramme sind Adobe Premiere Elements, Canopus/Grass Valley Let's EDIT, Ulead/Corel Videostudio, Magix Video Deluxe, Pinnacle Studio und Sony Vegas. Einige dieser Programme können auf den Hersteller-Websites heruntergeladen und kostenlos (zeitlich oder/und inhaltlich beschränkt) getestet werden. Auf jeden Fall empfehle ich vor dem Kauf nach bekannten Software-Problemen in den Videofilmerforen zu recherchieren und die Systemanforderungen sehr genau mit dem bestehenden Computer zu vergleichen! Damit lässt sich u.U. ein Fehlkauf vermeiden.

Vor der Installation irgendwelcher Programme hier noch ein wichtiger Hinweis zur Vorbereitung, damit es später keine Probleme gibt: Infos zum Thema Image


9. Wenn der Camcorder vom PC nicht erkannt wird


Wenn die Übertragung von Videoaufnahmen über Firewire nicht funktioniert oder die IEEE 1394-Karte womöglich nicht einmal erkannt wird, dann ist dieser Beitrag eine hilfreiche Lektüre: Wenn Firewire nicht richtig funktioniert.

(Diese Nachricht wurde am 15.05.12 um 19:14 von MarkusB. geändert.)
 

Herzliche Grüße
Markus
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Antwort #1 - 21.07.2006 um 12:58:00

spacedrummer   Offline
Neues Mitglied

Beiträge: 1
*
 
Hallo Markus,
ich stelle fest, daß Du alle möglichen Leute, gewollt oder ungewollt, unbedingt davon abhalten willst, mit einer analogen TV-Karte, analoge Videos zu capturen bzw. digitalisieren.
Mal ne blöde Frage: Kann es sein, daß Du am Verkauf von sündhaft teurer Hard- bzw. Software beteiligt bist.
Ich hab' ne "billige" EZ-TV - TVP3XP - TV-Karte (analog), sowie einen analogen Camcorder der Marke JVC - GR-SXM50E. Mein Rechner ist auch eher Durchschnitt (Athlon XP 3000+, Radeon X700-Pro und 1024 MB RAM).
Mit diesem o.g. Paket capture und bearbeite ich meine selbstgedrehten S_VHS-C Videos schon seit über einem Jahr problemlos ! S-VHS <> S-VHS - fertig!
Dies für die Leute, die einfach nur eine preiswerte Lösung suchen.
Mag ja sein Markus, daß Du Ahnung hast, vom manchen Dingen leider etwas wenig.

Text
 
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Antwort #2 - 21.07.2006 um 14:40:00

MarkusB.   Offline
Videoforum Moderator

Beiträge: 5.041
*****
 
Zitat:
Bitte antwortet nicht auf diesen Beitrag! Dann kann ich den Text aktuell halten...

Einleitende Worte gelöscht, da sie keine Gültigkeit mehr haben.

Hier die Antworten für "Spacedrummer":

Ich bin nicht am Verkauf irgendwelcher Hardware beteiligt. Und wo Du die Empfehlung teurer Software in meinem obigen Beitrag gesehen haben willst, ist mir schleierhaft (Stichworte Movie Maker und WinDV - beide kostenlos!).

Wenn Du mit Deiner TV-Karte fehlerfrei capturen kannst, dann hast Du Glück. Die meisten Anwender haben nämlich die oben beschriebenen Probleme hinsichtlich Kompression und Synchronität. Da ich selbst mittlerweile im Besitz zweier Canopus A/D-Wandler bin und die Teile dementsprechend gut kenne, kann ich sie auch guten Gewissens weiterempfehlen. Das kann man bei einer TV-Karte nicht, denn da entscheiden auch andere Komponenten und die Softwarekonfiguration eines Rechners, ob diese Lösung funktioniert.

Die Leute, die einfach nur eine billige Möglichkeit suchen, nutzen natürlich die vorhandenen Schnittstellen, doch wer damit die obigen Probleme bekommt, ist froh für ein "idiotensicheres", funktionierendes Produkt. Und da wären wir wieder bei den Canopus A/D-Wandlern. - Wem die zu teuer sind, kann sich ja auch etwas anderes kaufen. Ich zwinge schließlich niemanden zu qualitativ hochwertigen Produkten, die ihren "Preis wert" sind.

(Diese Nachricht wurde am 02.02.07 um 12:03 von MarkusB. geändert.)
 

Herzliche Grüße
Markus
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Antwort #3 - 07.08.2006 um 13:36:00

Skorpio_007   Offline
Neues Mitglied
jedem das seine

Beiträge: 3
*
 

Zitat:
Bitte antwortet nicht auf diesen Beitrag! Dann kann ich den Text aktuell halten...
Wer lesen kann ist klar im Vorteil! Ein neuer Thread hätte es auch getan, zumal wir das Thema dann auch hätten diskutieren (und stehenlassen) können. So bleibt mir nur...

Pit oder Admin, bitte löscht alle Postings außer das erste, damit ich meinen Standard-Beitrag wieder editieren kann. Danke.

Hier die Antworten für "Spacedrummer", wenn auch nur zeitlich limitiert:

Ich bin nicht am Verkauf irgendwelcher Hardware beteiligt. Und wo Du die Empfehlung teurer Software in meinem obigen Beitrag gesehen haben willst, ist mir schleierhaft (Stichworte Movie Maker und WinDV - beide kostenlos!).

Wenn Du mit Deiner TV-Karte fehlerfrei capturen kannst, dann hast Du Glück. Die meisten Anwender haben nämlich die oben beschriebenen Probleme hinsichtlich Kompression und Synchronität. Da ich selbst mittlerweile im Besitz zweier Canopus A/D-Wandler bin und die Teile dementsprechend gut kenne, kann ich sie auch guten Gewissens weiterempfehlen. Das kann man bei einer TV-Karte nicht, denn da entscheiden auch andere Komponenten und die Softwarekonfiguration eines Rechners, ob diese Lösung funktioniert.

Die Leute, die einfach nur eine billige Möglichkeit suchen, nutzen natürlich die vorhandenen Schnittstellen, doch wer damit die obigen Probleme bekommt, ist froh für ein "idiotensicheres", funktionierendes Produkt. Und da wären wir wieder bei den Canopus A/D-Wandlern. - Wem die zu teuer sind, kann sich ja auch etwas anderes kaufen. Ich zwinge schließlich niemanden zu qualitativ hochwertigen Produkten, die ihren "Preis wert" sind.


Hallo Markus,
als Laie halte ich deinen Beitrag für sehr gelungen und gut verständlich - danke Dir!
Die Sinnhaftigkeit der Anmerkungen von "Spacedrummer" erschließt sich mir dagegen nicht.
 

left hand greetings - skorp
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Antwort #4 - 09.09.2006 um 09:42:00
laptop   Ex-Mitglied

 
Hallo,

Frage: habe mir das Aldi-Notebook für EUR 699 vom 06.09.06 zugelegt. Dieses hat keinen FireWire-Anschluss und keinen PCMCIA-Slot sondern einen PCI Express Card Slot.

Welche preisgünstige Möglichkeit gibts für mich, meinen digitalen Camcorder anzuschliessen?

Danke für deine Antwort
 
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Antwort #5 - 09.09.2006 um 11:08:00

MarkusB.   Offline
Videoforum Moderator

Beiträge: 5.041
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Zitat:
Bitte antwortet nicht auf diesen Beitrag! Dann kann ich den Text aktuell halten...

Dafür wurde inzwischen eine Lösung gefunden, d.h. ich kann meinen obigen Beitrag nun editieren, auch wenn jemand etwas darauf postet. Durchgedreht

Zitat:
habe mir das Aldi-Notebook für EUR 699 vom 06.09.06 zugelegt. Dieses hat keinen FireWire-Anschluss und keinen PCMCIA-Slot sondern einen PCI Express Card Slot.

Siehe Anschluss Camcorder an Laptop ohne Firewire/PCMCIA

(Diese Nachricht wurde am 09.09.06 um 13:43 von MarkusB. geändert.)
 

Herzliche Grüße
Markus
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Antwort #6 - 20.12.2006 um 22:03:00

schaerah   Offline
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Beiträge: 7
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Hallo Markus,
habe Deine Tips befolgt, leider ohne jeglichen Erfolg. Also: möchte meine alten Sony-Video8-Filme digitalisieren. Erster Versuch über TV-Karte: Bild ruckelt beim Capturen, egal welche SW. Dann Versuch mit Dazzle über USB: dto. Anschließend Deinen Rat befolgt, Firewire eingebaut und Canopus ADVC55 angeschafft. Bringt alles nichts. Es fällt auf, dass die beiden CPU´s (Pentium 4, 3 Ghz) ziemlich am Anschlag laufen. DirectX ist installiert. Ausgabe geht auf separate SATA-Platte. Was kann ich noch tun, ich hab langsam die Schn.... voll  Zwinkernd
Gruß
Schaerah
 
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Antwort #7 - 23.12.2006 um 13:17:00

MarkusB.   Offline
Videoforum Moderator

Beiträge: 5.041
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Zitat:
Ausgabe geht auf separate SATA-Platte.

Geht das zufällig über USB? - Capture mal auf eine interne Festplatte. Du kannst die Daten ja danach auf die externe Platte verschieben.

 

Herzliche Grüße
Markus
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Antwort #8 - 23.12.2006 um 19:38:00

schaerah   Offline
Junior Mitglied

Beiträge: 7
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Nein, die Platte ist über internen Controller angeschlossen. Kann man evtl. über die Auflösung noch was drehen?
 
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Antwort #9 - 24.12.2006 um 11:59:00

pit_a   Offline
Videoforum Moderator

Beiträge: 2.967
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HI

- Ruckelt das Bild nur bei der Aufnahme? Oder ist das abgespielte Material ruckelfrei am Mediaplayer z.B. abspielbar?
- Womit (Software) nimmst du auf? Werden dabei irgendwelche ausgelassenen Frames angezeigt?
- Lies einen digitalisierten Videoclip einmal in das Freeware-Tool GSpot und schreib auf, was da angezeigt wird.
- Spielt dein Camcorder überhaupt noch normgerecht ab? Auch wenn es am Fernseher noch ohne Bildlauf und Sync-Fehler abspielbar ist, heißt das nicht, dass das auch am Ausgang anliegt. Ein Fernseher ist sehr viel unempfindlicher als eine Aufnahmebox. Die verlangt normgerechte Signale. Die Canopusbox sollte das allerdings glatt bügeln...
- Ist das Ruckeln regelmäßig oder sporadisch und mal da, mal nicht?

Gruß
Pit
 
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Antwort #10 - 26.12.2006 um 12:04:00

schaerah   Offline
Junior Mitglied

Beiträge: 7
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Hallo zusammen,
danke, dass Ihr Euch so reinhängt. Manchmal ist die Lösung eines Problems so einfach, trotzdem kommt man  nicht drauf: Um Probleme von vornherein auszuschließen und weil man es überall liest habe ich die Ausgabe beim Capturen auf meine 2. interne Platte gelegt, hatte aber immer die beschriebenen Probleme. Nachdem mir nichts anderes mehr einfiel habe ich nun die Ausgabe auf eine Partition meiner Systemplatte gelegt. Und siehe da, kein Ruckeln mehr, keine verlorenen Frames mehr. Jetzt muss ich mich erst mal schlau machen, wie man so eine SATA optimal konfiguriert. Vielleicht habt Ihr mir ja noch einen Tip.
Von der Bildschärfe bin ich etwas enttäuscht. Kann man da noch was drehen? Danke und Gruß
 
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Antwort #11 - 26.12.2006 um 17:31:00

MarkusB.   Offline
Videoforum Moderator

Beiträge: 5.041
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Zitat:
Von der Bildschärfe bin ich etwas enttäuscht. Kann man da noch was drehen?

Beurteilst Du die Aufnahmen am Fernseher oder am Computermonitor?

Mehr dazu:
Videoaufnahmen sehen am PC-Monitor nicht gut aus

 

Herzliche Grüße
Markus
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Antwort #12 - 02.01.2007 um 13:40:00

schaerah   Offline
Junior Mitglied

Beiträge: 7
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Hallo,
da bin ich wieder. Nachdem ich dachte, alle Brocken aus dem Weg geräumt zu haben, geht´s jetzt mit anderen Problemen los. Meine SATA hat jetzt, nachdem ich die Treiber de-/ und wieder installiert habe einen vernünftigen Durchsatz. Also habe ich mal eine komplette Kassette auf Festplatte kopiert, ca. 22 GB. Dieses File widerum habe ich auf eine zusätzlich drangehängte USB-Platte kopiert. Seitdem schmiert mir der Datei-Explorer laufend ab. Und ich habe das Problem, dass mir mein Windows XP beim anschauen der AVI-Datei(en) grundsätzlich einfriert.
Frage zu AVI, bevor ich woanders suche: sind solche Probleme bekannt, ich meine, fällt Euch dazu spontan was ein?
Gruß
Schaerah
 
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Antwort #13 - 02.01.2007 um 14:09:00

pit_a   Offline
Videoforum Moderator

Beiträge: 2.967
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Ja, aber kann mich nicht mehr an die Lösung erinnern. Bei Datengrößen jenseits von 2GB froren unsere Explorer auf Win XP bei 5 von 10 identischen Rechnern ebenfalls ein. Versuche einmal, die Auslagerungsdateigröße auf 40GB zu vergrößern. Ich weiß nicht mehr, ob das damals die Lösung war....

Muss noch einmal unseren Techniker fragen - der ist aber noch in Urlaub.

Pit
 
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Antwort #14 - 05.01.2007 um 18:18:00

MarkusB.   Offline
Videoforum Moderator

Beiträge: 5.041
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Ist die Festplatte denn nicht NTFS-formatiert?

 

Herzliche Grüße
Markus
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