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Remote-Schnittstellen an Videorecordern zu Steuerung der Geräte


Panasonic-Edit-Schnittstelle:
Die Panasonic-Edit-Schnittstelle gibt es sowohl an Panasonic-Camcordern als auch an höherwertigen Panasonic-Videorecordern. Früher war dies eine spezielle fünfpolige Buchse. Heutzutage ist diese Buchse mit 11 Polen ausgelegt. Sowohl Fünfpol-Buchse als auch 11-Pol-Buchse sind untereinander kompatibel. Das Geheimnis in der 11-poligen Beschaltung liegt darin, daß gleichzeitig zu den Remote-Befehlen auch das Videosignal und das Audiosignal von dieser Buchse ausgegeben werden. Leider wird bis heutzutage diese zusätzliche Beschaltung an dieser Buchse von keiner Schnittlösung ausgenutzt auch nicht von Panasonic! Diese Panasonic-Editbuchse, die auch M-Control genannt wird ist eine bidirektionale Buchse. In der einen Richtung werden die Steuerbefehle an den Camcorder oder Videorecorder übertragen. In der anderen Richtung erfährt das Schnittpult den aktuellen Bandzählwerksstand. Heutzutage wird der Bandzählwerksstand in Echtzeit an dieser Buchse ausgegeben . Das heißt das Bandzählwerk hat das Format Stunden: Minuten: Sekunden. Früher gab es hingegen nicht das Echtzeitzählwerk, der Zählwerksstand wurde als vierstelliger Wert ohne Bezug zu der Minuten- und Sekundeneinheit ausgegeben. Auch heutzutage gibt es noch Camcorder aus dem Hause Panasonic, die nicht im Echtzeit-Modus den Bandzählwerksstand ausgeben (Schulter-Vollformat-Camcorder NV-MS4 und NV-MS5). Neuzeitige Camcorder (ab NV-S85E), die neben den VITC-Generatorbaustein auch den VITC -Lesebaustein besitzen, geben an der Panasonic-Editbuchse auch den VITC statt eines Bandzählwerksstand ab. Bei den Videorecordern bietet der NV-HS1000 aus dem Hause Panasonic mit VITC-Erweiterung als einziger Videorecorder die Möglichkeit, den VITC auch über die Panasonic-Editbuchse an ein Schnittpult abzugeben.

Bei neueren Panasonic-Videorecordern gibt es keine Synchro-Editbuchse in 2,5 mm-Klinken- Ausführung. Hier übernimmt die Editbuchse die Synchron-Verkopplung zwischen Camcorder und Videorecorder oder zwei Panasonic-Videorecordern.

Panasonic-Synchro-Editbuchse
Zur synchronen Schnittverkopplung gab es an Panasonic-Camcordern und ausgesuchten Panasonic-Videorecordern eine Synchro-Editbuchse in 2,5mm-Stereo-Klinken-Ausführung. Über diese Editbuchse lassen sich ein Panasonic-Camcorder und ein Panasonic-Videorecorder im Schnittverbund koppeln. Genausogut ist auch die Verkopplung von zwei Panasonic- Videorecordern denkbar. Die Synchro-Verkopplung ist von Panasonic recht ausgeklügelt. Während der Videorecorder in Aufnahme-Pause wartet, führt der Zuspieler einen richtigen Preroll mit Anlauf durch. Im just den richtigen Moment setzt sich der Aufnahmerecorder in Bewegung. Selbst ohne Timecode wird eine recht hohe Schnittgenauigkeit erreicht. Bei heutigen Panasonic-Geräten vermißt man sowohl bei Camcordern als auch bei Videorecordern diese Synchro-Editbuchse. Hier übernimmt die Panasonic-New- Editbuchse diese Funktion. Panasonic stellt immerhin mit dem VW-K10E einen passenden Adapter von Synchro-Edit auf Panasonic-Edit zur Verfügung.

LANC-Buchse und Control-L-Buchse
Die Control-L-Buchse ist eine Sony-Entwicklung. Heutzutage nennt man diese Buchse LANC-Buchse, während an den Sony-Camcorder-Modellen an dieser Buchse oft auch Remote dransteht. Früher gab es diese Buchse in 5-poliger-Beschaltung als Mini-DIN ähnlich der Hosidenbuchse. Heutzutage gibt es die LANC-Buchse als 2,5 mm Miniklinkenbuchse in dreipoliger Ausführung. Zwischen alter und neuer Buchsennorm gibt es Adapter ohne Einschränkungen hinsichtlich der Funktionalität. Alle Sony-Camcorder verfügen über die LANC-Buchse, bei den Videorecordern sind es einige Recorder, die diese Buchse besitzen. Auch von Canon wird bei einigen Camcordern diese LANC-Buchse genutzt. Ab und zu wird von Inkompatibelitäten zwischen der Canon-Ausführung und der Sony-Ausführung berichtet. Die LANC-Buchse ist bidirektional ausgelegt. In der einen Richtung gehen die Steuerbefehle von der Schnittsteuerung zum Camcorder oder Videorecorder, in die andere Richtung erfolgt die Übertragung des Bandzählwerksstandes oder des RCTC-Timecodes. Die LANC-Buchse ist sowohl als Schnittsteuerbuchse ausgelegt als auch als Synchro-Editbuchse. So läßt sich von einem Sony-Videorecorder auch ein Sony-Camcorder steuern. Hier wird über die Laufwerkstasten vom Aufnahmerecorder auch der Camcorder als Zuspieler mitgesteuert. In der Synchro-Verkopplung nimmt der Aufnahmerecorder im richtigen Moment auf.

Eine Adaptierung von LANC auf Panasonic-Edit oder Panasonic-Synchro-Edit ist nicht möglich. Bei der Kopplung zwischen Panasonic- und Sony-Geräten hilft nur ein Schnittpult weiter. Einige Panasonic-Videorecorder erlauben die eingeschränkte Steuerung von Sony-Geräten als Zuspieler über eine Quasi-LANC-Buchse.

Schnittbuchsen der Firmen Mitsubishi und Hitachi:
Die Schnittbuchse (Cinch-Ausführung) der Firma Mitsubishi funktioniert nur innerhalb der Mitsubishi-Gerätefamilie. Genauso funktioniert die Schnittbuchse der Firma Hitachi nur innerhalb der Hitachi-Gerätefamilie. Sowohl bei Hitachi als auch Mitsubishi handelt es sich um Synchro-Editbuchsen zur Synchron-Verkopplung zwischen Zuspieler und Aufnahmerecorder. Eine Ansteuerung der Mitsubishi- und der Hitachi-Geräte über ein Schnittpult ist über diese Buchsen nicht möglich.

Grundig-Synchro-Editbuchse:
Einige wenige Grundig-Videorecorder bieten eine Synchro-Editbuchse. Da Grundig sowohl Sony-bauähnliche Camcorder im Video-8-Format als auch Panasonic-bauähnliche Camcorder im VHS-Format vertreibt, verstehen die Synchro-Editbuchsen an Grundig-Videorecordern beide Geräte-Protokolle. Man kann hier also sowohl Camcorder aus der Sony- Gerätefamilie als auch Camcorder aus der Panasonic-Gerätefamilie mit Grundig- Videorecordern synchron verkoppeln. Wichtig: Eine Ansteuerung der Grundig-Videorecorder über diese Buchse durch ein Schnittpult ist nicht möglich.

JVC-Schnittbuchsen:
Die Schnittbuchsen von JVC konnten sich nie so durchsetzen wie die der Firmen Panasonic und Sony. Das mag daran liegen, daß man JVC-Geräte nicht von einem Schnittpult über diese Buchsen steuern konnte. Die letzte im Einsatz befindliche Schnittbuchse nannte JVC "JVC Master System". Hierbei ließen sich zwei JVC-Videorecorder oder Camcorder und Videorecorder verkoppeln. Es handelte sich hierbei um eine Synchro-Edit- Verkopplung. Die Firmen Telefunken und Loewe schlossen sich als OEM-Partner diesem System an. Verwendet wurde bei JVC eine 3,5 mm dreipolige Mini-Klinkenbuchse. Mit der neuen JLIP-Buchse mit umfangreicheren Datenprotokoll scheint man bei JVC nun neue Wege zu gehen.

JVC-JLIP-Buchse
JVCs Mini-DV-Camcorder hatte bereits die neue JLIP-Buchse an der zum Camcorder dazugehörigen Basisstation. Bisher konnte diese Buchse aber noch nicht genutzt werden, da es keine passenden Zusatzgeräte gab. Erst jetzt kristalliert sich der mögliche Funktionsumfang dieser interessanten Buchse heraus. Es ist ein umfangreicher Datenaustausch über diese Buchse möglich. So lassen sich erstmals bei einem JVC- Consumergerät die Camcorder in allen Laufwerksfunktionen steuern. In Gegenrichtung wird der bei DV-Geräten aufgezeichnete Timecode an ein Schnittpult übertragen. Die Firma GSE kündigte bereits an, daß neue JLIP-Protokoll mit seinen Schnittpulten unterstützen zu wollen. Spannend wird es, da über diese Buchse komplette Standbilder digital an einen Videoprinter oder an einen Computer weitergegeben werden können. JVC kündigte an, zuküftig auch alle S-VHS-Recorder mit der neuen JLIP-Buchse auszustatten.

RS 232C/PC-VCR:
Die Schnittsteuerung per Computer-Standard RS 232C ist sowohl im Profibereich als auch bei Consumer-Geräten gebräuchlich. Es handelt sich hierbei um eine 9-polige Computerbuchse. Diese Buchse ist zur Steuerung von Videorecordern durch Schnittpulte oder Schnittlösungen geeignet. Eine Synchro-Edit-Verkopplung findet über diese Buchse nicht statt. Im Profi- und im Consumer-Bereich gibt es ein unterschiedliches Steuerprotokoll über diese Buchse. Im Amateurbereich gibt es die RS-232C-Buchse nur für PC-VCR- Videorecorder. Hier ist dann an diese Buchse die Nutzung des Rapid-Timecodes gekoppelt.

RS 422:
Die RS 422-Buchse ermöglicht eine besonders schnelle und präzise Datenübertragung. Sie wird nur im professionellen Bereich eingesetzt.

DV-Firewire:
Die Firewire wird an Sony DV-Camcordern und beim Sony DV-Videorecorder DHR 1000 eingesetzt. Mittlerweile hat Sony mit der Firewire einen neuen Standard gesetzt. Über diese Buchse werden sowohl die digitalen Videodaten als auch die digitalen Audiodaten übertragen. Darüber hinaus ist in der Firewire ein Steuerprotokoll mit Timecode-Übertragung verankert, der die Laufwerkssteuerung von Sony-Geräten zuläßt. Mit der Firewire ist es Sony gelungen, über eine kleine Buchse den kompletten Datenaustausch zu bewerkstelligen. Mittlerweile wird die Firewire auch im Computerbereich eingesetzt. Dies wird sich noch verstärken wenn kleine DV-Laufwerke zum Einbau im PC auf dem Markt sein werden.


Michael Kemnitz

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