Camcorder Canon MX1

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Videoforum hatte den Camcorder Canon XM1 zum Test da. Wir untersuchten das 3-Chip-Geschoß.

Obwohl nicht mehr ganz Up-to-date konnten wir den Vergleich zur Panasonic NV-DX110 ziehen, die auch eine 3-Chip-Kamera ist. 

Canon hat der XM1 den heute im Profibereich üblichen Henkel verpaßt. In der Praxis bietet so ein Henkel viele Vorteile. Abgesehen vom üblichen Tragen lassen sich mit dem Henkel auch gleitende Aufnahmen oder Aufnahmen dicht über den Fußboden machen. Der ausklappbare LCD-Monitor zeigt dabei was aufgenommen wird. Ergonomisch wird der Kameramann bei solchen Aufnahmen durch den oberen Auslöser und die obere Zoomwippe unterstützt. Auch ein Knopf für Photo-Schnappschüsse steht am Henkel parallel zur Schnappschußtaste neben der regulären Zoomwippe zur Verfügung. Hier hat Canon der XM1 noch einen „intelligenten“ Kameraschuh verpaßt. Hier läßt sich Systemzubehör aus dem Hause Canon wie ein Blitzgerät anschließen und elektronisch verdocken.

Die Kameraführung ist sehr gut, obwohl keine Schulterkamera. Dazu bei trägt der optische Bildstabilisator, für den Canon bereits berühmt ist. Das Handling ist sehr gut. Mit der Zoomwippe läßt sich mit der variablen Geschwindigkeit butterweich zoomen. Für die obere Zoomwippe am Henkel indes läßt sich eine fixe Zoomgeschwindigkeit auswählen. Es stehen hier drei Zoomgeschwindigkeiten zur Auswahl. Zum guten Handling trägt der große Ring bei, mit dem man manuell den Focus einstellen kann. Ein sehr nützliches Feature ist das schnelle Eingreifen in die automatische Fokussierung. Man braucht nicht erst in den manuellen Modus zu schalten sondern greift einfach an den Focusring, sofort hat man die Schärfe manuell im Griff. Hier hat Canon praxisgerecht mitgedacht! Lediglich ein Einstellring für den Brennweitenbereich wünscht sich der ambitionierte Kameramann, der noch Kameras von früher gewohnt ist, wo dies ein Standard-Feature war.

An der Belichtungssteuerung gibt es nichts zu mäkeln. Bei der Weißbalance kann man neben der Automatik noch Festwerte oder auch einen völlig manuellen Weißabgleich auf eine weiße Fläche vornehmen. Für die Belichtung selbst gibt es verschiedene Einstellungen. Neben der Vollautomatik kann man Blendenvorwahl, Zeitvorwahl, „Sand und Schnee“ und „Schlaglicht“ wählen. Prima ist, daß man jeweils bis auf das Vollautomatikprogramm „Leichte Aufnahme“ immer in die Belichtungssteuerung eingreifen kann. Im Manuell-Modus kann man sogar Blende und Zeit voneinander autark einstellen. Die XM1 macht dazu Vorschläge, welche Belichtung sie vorschlagen würde. Eine Hilfe ist hierbei der Zebra-Modus, den nur recht wenige Camcorder aus dem Consumer-Bereich haben. Insofern ist mit den Ausstattungsmerkmalen die XM1 auch im Bereich zwischen Consumer und Profi anzusiedeln. Bisher gab es noch immer das DVCAM-Format (Sony) und DVC-Pro-Format (Panasonic), mit denen die Profischiene bei den Herstellern gegenüber die Consumerschiene abgehoben wurde. Aber auch Sony geht nun andere Wege. Auch im Profibereich lassen sich einzelne Geräte auch auf DV-Aufnahme umschalten.

Über das Menü lassen sich noch viele Parameter bei der XM1 einstellen. Interessant könnten noch die Funktionen „Schwarzweißaufnahme“, „Stroboskop“ und Selbstauslöser für die Bildgestaltung sein. Andere Effekte setzt der ambitionierte Videofreund wohl lieber in der Video-Nachbearbeitung. Hierzu ist der XM1 geeignet, da die Firewirebuchse ab Werk für DV-In freigeschaltet ist.

Sehr gut hat mir die lange Akku-Standkraft gefallen. Da der Akku von außen an das Camcordergehäuse angedockt wird, können auch größere Akku-Bauformen genutzt werden.

Die analogen Audio- und Videobuchsen sind direkt an der XM1 zugänglich. Dieses Konzept gefällt mir besser als beim Panasonic NV-DX110, bei der die analogen Signale nur über die Basisstation abgreifbar sind. Für den Steadicam-Einsatz mit Anschluß an den Steadicam- Monitor ist somit der XM1 besser geeignet als die Panasonic NV-DX110.

Michael Kemnitz